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Alte Drahtesel sorgen für Mobilität

Willkommensinitiative Friedrichsort Alte Drahtesel sorgen für Mobilität

Die Willkommensinitiative Friedrichsort e.V. hat sich nicht nur auf die Fahnen geschrieben, Flüchtlinge auf dem ehemaligen Gelände des Marinefliegergeschwaders (MFG5) mit offenen Armen zu empfangen. Sie leistet Hilfe zur Selbsthilfe und stellt den Kontakt zu den Menschen aus der Region her.

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Die Willkommensinitiative Friedrichsort mit Sonia Tanha (links) und Stefanie Sievert (2.v.r.) freut sich ebenso über jedes gespendete Fahrrad, wie es Mohamad Aldelli 3.v.l.) und Naser Rofu Yousef tun.

Quelle: Ingrid Haese

Pries/Friedrichsort/Holtenau. Der Verein existiert seit September 2014. Zehn Gründungsmitglieder gab es, inzwischen ist die Mitgliederliste 48 Eintragungen lang. Die Friedrichsorterin Stefanie Sievert rief die Initiative ins Leben und ist Vorsitzende des Vereins. „Unsere Kernaufgaben sind es, zu vermitteln, Menschen zusammenzubringen und Unterstützung an der richtigen Stelle zu leisten“, erläuterte Stefanie Sievert beim Ortstermin auf dem ehemaligen MFG-5-Areal. Die Hilfsbereitschaft sei groß, etwa 150 Unterstützer hätten sich in die Listen eingetragen.

Die rund 90 Menschen, die derzeit in der Flüchtlingsunterkunft leben, können sich jederzeit an die Willkommensinitiative Friedrichsort wenden. Ansprechpartner ist auch der Christliche Verein zur Förderung sozialer Initiativen in Kiel, der die Asylbewerber betreut, sich um die Unterbringung, Versorgung und um Unterstützung im Alltag kümmert. Mit dabei ist außerdem die Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten (ZBBS), die unter anderem Deutschkurse sowie Beratung anbietet.

Die Willkommensinitiative Friedrichsort hat ein Helfernetz aufgebaut und sich intensiv auf die Flüchtlinge vorbereitet. „Anfang April haben wir ein Begrüßungsessen gehabt, das war schön“, berichtete Stefanie Sievert. Inzwischen gibt es eine Fahrradwerkstatt, in der gespendete „Drahtesel“ wieder voll funktionsfähig gemacht werden, damit die Flüchtlinge mobil sind. In der Patenschaftengruppe kümmern sich 30 bis 40 engagierte Helfer um Familien wie Einzelpersonen. Die Nähwerkstatt zum gemeinsamen Handarbeiten soll in dieser Woche mit einem ersten Treffen starten. Geplant sind zudem eine Holzwerkstatt für Kinder und Jugendliche sowie Aktivitäten der Freitzeitgruppe. Die Deutschgruppe hat ihre Arbeit längst aufgenommen, hat fünf Klassen gebildet, die von Sonia Tanha sowie von Martina Wackerhagen und Doris Dold von der ZBBS im Gemeindehaus Holtenau, in der Seebadeanstalt und im Kasernengebäude unterrichtet werden. Deutsch zu lernen, steht für die Flüchtlinge ganz oben auf der Prioritätenliste. Auch bei Mohamad Aldelli aus Syrien und Naser Rofu Yousef aus dem Irak. Noch vor der ersten Unterichtsstunde haben sie in Eigenregie gelernt, um sich besser verständigen zu können. Und auch sonst legen die beiden Männer die Hände nicht in den Schoß, organisieren beispielsweise Fußballspiele. Und in Kooperation mit der Sportvereinigung Friedrichsort wird derzeit eine Mannschaft aufgebaut.

Auch die Willkommensinitiative bleibt aktiv. „Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Integration zu schaffen, indem wir auch andocken an schon bestehende Einrichtungen und die Menschen in den Stadtteil hineinbringen“, fasst Stefanie Sievert zusammen. Sie möchte zudem weitere Angebote schaffen, könnte sich zum Beispiel einen „Interkulturellen Imbiss“ vorstellen, bei dem einmal im Monat kulinarische Spezialitäten aus einem Heimatland der Flüchtlinge ins Zentrum gerückt werden sollen. Parallel dazu soll es ein Kulturprogramm geben.

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