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Kieler besorgt über Windkraft

Riesenprojekt bei Flintbek Kieler besorgt über Windkraft

Der große Sturm der Entrüstung gegen die Pläne zum Windpark Kiel/Flintbek blieb am Freitagabend zwar aus. Trotzdem mussten sich Gutachter und Spitzen der Verwaltung bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Riesenprojekts mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro vielen kritischen Fragen der Anwohner zum geplanten Betrieb von fünf Windkraftanlagen im Kieler Süden stellen.

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Die stärkste Kritik der Bürger in der Sporthalle der Meimersdorfer Johanna-Mestorf-Schule entzündete sich vor allem an der Dimension der Windkraftanlagen.

Quelle: Jan Köhler-Kaeß

Kiel. Die stärkste Kritik der Bürger in der Sporthalle der Meimersdorfer Johanna-Mestorf-Schule entzündete sich vor allem an der Dimension der Anlagen von rund 200 Metern Höhe (inklusive Rotorblätter mit je 65,5 Metern Durchmesser). Diese Dimensionen stünden nicht im Einklang mit einem Beschluss des Ortsbeirates Meimersdorf, der dem Projekt nur unter der Voraussetzung einer Höhe von 150 bis maximal 180 Metern zugestimmt habe.

Kiels Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino begründete die Steigerung mit der inzwischen erfolgten technischen Entwicklung von Windkraftanlagen, die durch mehr Höhe auch mehr Energie erzeugen könnten. Insgesamt sollen die fünf Windkraftanlagen, drei davon auf Flintbeker Gebiet, bis zu 55 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Laut Angaben der Landeshauptstadt reicht diese Menge aus, um rund 15000 Haushalte zu versorgen.

Doch nicht nur die Höhe der von der FM Wind GmbH betriebenen Anlagen bereitet den Anwohnern Sorge. Nach Angaben von Gutachterin Marion Krüger unterschreiten die Anlagen mit einem Mindestabstand von rund 800 Metern zu den nächsten Wohngebäuden zwar grundsätzlich die gesetzlichen Grenzwerte zu Lärm und Schattenwurf. Gleichwohl empfahl die Gutachterin vor allem im Nachtbetrieb der Anlagen „Minderungsmaßnahmen“ durch zeitweises Abschalten oder Absenkung der Rotorblatt-Drehfrequenzen, um eventuelle Belästigungen ganz ausschließen zu können.

Ob und wie sich so genannter Infraschall unterhalb der Hörbarkeitsgrenze von 20 Hertz auf Wohlbefinden und Gesundheit von Anwohnern auswirken kann, sei wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. „Über deren Wirkung besteht durchaus noch Forschungsbedarf.“ Messbar sei der Infraschall ab einer Entfernung von rund 250 Metern jenseits der Windkraftanlagen jedenfalls nicht mehr.

Die Anlage soll spätestens im Lauf des Jahres 2016 in Betrieb gehen.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Die Vorstellung der Pläne und Gutachten zum interkommunalen Großprojekt eines Windparks im Kieler Süden verlief zwar ruhiger als von Verwaltungsspitzen befürchtet. Aber beruhigt dürften die meisten Anwohner trotzdem nicht nach Hause gegangen sein. Allen Beteuerungen der Gutachter zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Trotz blieben viele Fragen offen. Und es steht zu befürchten, dass es eher eine Ruhe vor dem Sturm des Widerstandes war.

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