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Sondersitzung soll es richten

Windkraft-Streit Sondersitzung soll es richten

Der Windkraft-Streit geht in die nächste Runde: Mehr als 40 Meimersdorfer kamen in den Bauausschuss, um die Abstimmung der Politiker zu verschiedenen Anträge mitzuverfolgen. Die Mehrzahl der Besucher gehörte der Bürgerinitiative „Windvernunft“ an, die mit aller Kraft gegen die fünf 200 Meter hohen Windräder, von denen zwei auf Flintbeker Gebiet stehen würden, kämpft.

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Blick Richtung Bokseer Weg: Die beiden Windräder sind Teil eines Parks von fünf Windkraftanlagen. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die bis zu 200 Meter hohen Windräder, von denen zwei auf Flintbeker Gebiet stehen würden.

Quelle: BI WindVernunft Kiel

Kiel. Beschlossen wurde ein Alternativantrag von SPD, Grünen und SSW, der zeitnah eine Anhörung mit allen Beteiligten vorsieht. „Der Windpark gehört zum Kieler Energie- und Klimaschutzkonzept. Windräder auf dem Land sind der Billigmacher der Energie“, sagte Lutz Oschmann (Grüne). Der Antrag sieht nun vor, dass es im Dezember eine öffentliche Sondersitzung mit externer Moderation zum Thema Interkommunaler Windpark Meimersdorf gibt. „Dazu sollen auch Mitglieder des Wirtschaft- sowie des Innen- und Umweltausschusses eingeladen werden“, sagte Oschmann.

 Zum Auftakt dieses geplanten Treffens, zu dem mehr als 100 Menschen erwartet werden, wird das Stadtplanungsamt den aktuellen Stand des Verfahrens erläutern. Auch werde das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume aus seiner Sicht Stellung beziehen. Auch die Vertreter der Landesplanung in der Staatskanzlei sollen das Projekt einordnen. Selbstverständlich, so Oschmann, könne die Bürgerinitiative ihre Bedenken vorbringen. Ebenso dabei ist die Investorengruppe FM-Wind-GmbH. Die Verbände NABU und BUND sollen auf die Umweltbelange eingehen. Und der Ortsbeirat Meimersdorf kann seine Meinung sagen. Nach dem alle Stellungsnahmen abgegeben wurden, wird diskutiert. Bürger können nachfragen und eigene Positionen vertreten. „Wir sehen den Konflikt, den wir nicht wegdiskutieren können, und weniger einen Kompromiss“, sagte Oschmann.

 Die Kooperation setzte sich mit ihrem Alternativantrag gegen den Vorschlag der FDP durch, die eine Einwohnerbefragung durchführen lassen wollte. Christina Musculus-Stahnke warb zuvor dafür. Zu der sich aus dem Spannungsfeld ergebenden Problematik solle sich die Selbstverwaltung ein möglichst repräsentatives Meinungsbild verschaffen, so die FDP-Frau: Hierzu sei die in der Gemeindeordnung vorgesehene Bürgerbefragung ein geeignetes Instrument. Dafür stimmte ebenso die CDU.

 Die Verwaltung macht sich jetzt schnell auf die Suche nach einem Raum und legt einen Termin fest, damit die von SPD, Grünen und SSW beschlossene Anhörung tatsächlich noch im Dezember stattfinden kann. In Anschluss an die Sitzung werden die Stellungnahmen für das weitere Vorgehen ausgewertet.

 Zum Hintergrund: Die Stadt setzt sich für den Windpark ebenso ein wie Meimersdorfer Landwirte, die die Anlagen betreiben würden. Sie haben sich zur Planungsgesellschaft FM-Wind-GmbH zusammengeschlossen. Nach wie vor haben sie auch die Absicht, die Bürger an dem Windpark zu beteiligen. So lange es aber noch keinen Bebauungsplan gebe, könne man sich nicht auf einen Gesellschaftsform einigen, heißt es von Seiten der Planungsgesellschaft.

 Die Anlage sehen die Investoren als große Chance: Eines Tages solle das Dorf mit selbst erzeugtem, sauberen Strom versorgt werden. 30 Millionen Euro will die FM-Wind-GmbH zum Bau der Windräder investieren, um damit 55 Millionen Kilowattstunden Strom zu erzeugen. Damit könnten nach ihren Angaben etwa 15000 Haushalte versorgt werden.

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