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Sturm der Entrüstung in Meimersdorf

Windpark-Pläne Sturm der Entrüstung in Meimersdorf

Emotionsgeladene Sondersitzung in Meimersdorf: Rund 500 Bürger, zumeist Gegner, kamen Dienstagabend in die Sporthalle der Johanna-Mestorf-Schule, um sich über den Planungsstand des umstrittenen interkommunalen Windparks in einer öffentlichen Sitzung des Bauausschusses zu informieren. Die Tonlage war scharf.

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Rund 500 Bürger kamen zur Bauausschusssitzung. Die Ausschussvorsitzende Sigrid Schröter (CDU) eröffnete die von einem externen Büro moderierte Diskussion.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Anders als bei gewöhnlichen Bauausschusssitzungen galt diesmal eine Sonderregel: Jeder durfte sich zu Wort melden. Zunächst aber ging es darum, alle Beteiligten auf einen Stand zu bringen – mit Hilfe externer Moderatoren, die mit gelben Karten (bei zu langen Beiträgen), Ordnungsrufen und Spielregeln, die an den Hallenwänden aushingen, die Veranstaltung steuerten.

 An der Ausgangslage hat sich vorerst nichts geändert. Auf der eine Seite steht die Stadt, die sich für den Windpark starkmacht, der von acht Meimersdorfer Landwirten betrieben werden soll. Sie haben sich in der Planungsgesellschaft FM-Wind-GmbH zusammengeschlossen. Ihre Vision: Mit einer Investition von 30 Millionen Euro sollen in einem Windpark 55 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden – genug für 15.000 Haushalte. Auf der anderen Seite hat sich die Initiative „Windvernunft“ gegründet, mit der Meimersdorfer und Flintbeker gemeinsam gegen das Projekt vorgehen. Sie warnen vor Schattenschlag, Lärmbelästigung und Infraschall. In der Ausschusssitzung verschärfte Mathias Werner, Vorsitzender der Bürgerinitiative, noch einmal die Tonlage. Er sprach von „Täuschungen, Drohungen und Manipulationen“ seitens der Stadt und verwies auf Akten, wonach angeblich auch in der Kieler Verwaltung die Planungen für „geschönt“ gehalten werden.

Der Bauausschuss versprach, die Ergebnisse der Veranstaltung in seinen künftigen Beratungen zu berücksichtigen. Thomas Stüber vom Stadtplanungsamt stellte dabei eins klar: „Es ist noch nichts entschieden.“

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Windpark Flintbek/Meimersdorf
Foto: Mathias Werner, Vorsitzender Bürgerinitiative: „Die von uns nicht beabsichtigte, missverständliche Deutung der Formulierung haben wir in Außenwirkung und Bedeutung unterschätzt, was wir ausdrücklich bedauern.“

Die Bürgerinitiative „Windvernunft“ rudert im Streit mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer zurück. Die Formulierung, Bauderzernent Peter Todeskino habe Planungen „an allen relevanten Gremien vorbei“ beim Land angemeldet, zieht die Initiative nun zurück.

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