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Runter mit den Sommerreifen!

Winterzeit Runter mit den Sommerreifen!

Morgens sinkt die Temperatur fast bis auf den Gefrierpunkt: Jetzt wird es Zeit für die Winterreifen. In den Werkstätten in Kiel und Umgebung warten die Kunden allerdings lange auf einen Termin.

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Jan Ole Lamp (links) und Kfz Innungs-Obermeister Hans Wilhelm Hansen prüfen, ob die Sommerreifen noch eine Saison fahrbar sind.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Schwarz, rund und unglaublich belastungsfähig – die Rede ist von Autoreifen. Doch rund ist nicht gleich rund und schwarz nicht gleich schwarz. Für den durchschnittlichen Autofahrer genügt jedoch das Wissen, dass Sommerreifen aus härterem Gummi sind und Winterreifen mit gröberem Profil über eine weichere Mischung verfügen. Von Ostern bis Oktober sind Sommerreifen ideal, ab Oktober empfiehlt sich ein Umstieg auf Winterreifen, um immer mit der perfekten Bodenhaftung unterwegs zu sein.

 Wer jetzt versucht, in der Autowerkstatt seines Vertrauens einen Termin für den Reifenwechsel zu bekommen, kann schon froh sein, überhaupt jemanden ans Telefon zu bekommen. „Die Werkstätten haben alle Hände voll zu tun. Wartezeiten von zwei bis drei Wochen sind nicht ungewöhnlich“, erklärt Martin Seydell vom Verband des Kfz-Gewerbes. 1,8 Millionen Fahrzeuge sind in Schleswig-Holstein zugelassen. Die meisten Autobesitzer wollen momentan in einem der rund 1500 Fachbetriebe im Land die „Puschen“ für ihren fahrbaren Untersatz tauschen.

 Auch in Joe’s Garage geht es hoch her. „Ich kann so langsam keine Reifen mehr sehen“, seufzt Jan Ole Lamp, schließlich wartet neben den ganzen Wechselaktionen noch genug „richtige“ Arbeit auf den Kfz-Meister. Mit stoischer Ruhe holt er trotzdem Auto um Auto, fährt sie auf die Bühne, schraubt Bolzen ab, prüft den Sommerreifen auf seinen Zustand und den neuen Winterreifen auf seine Zulassung, bevor er diesen nach der alten Mechanikerregel „gleichziehen-dichtziehen“ mit dem Auto verbindet.

 „Wir haben manchmal Kunden, die haben einen gebrauchten Wagen samt Winterreifen gekauft, doch die mitgelieferten Pneus für das Modell sind gar nicht zugelassen“, erzählt er. Auch Hans Wilhelm Hansen, Obermeister der Kfz-Innung und Inhaber der kleinen Werkstatt Joe’s Garage in der Kieler Innenstadt kann noch einiges zu mitgelieferten Reifen beitragen. „Manchmal bestellen die Kunden die Reifen im Internet. Da gibt es gute Angebote, aber manchmal auch gefälschte Ware aus Fernost. Meist merken die Kunden viel zu spät, dass das Markenprodukt kein Qualitätsprodukt ist und die Länderkennzeichnung fehlt.“

 Reifenwechsel sei eigentlich eine Tätigkeit, die jeder können könnte, philosophiert Hansen. Wer keine Erfahrung hat, sollte allerdings lieber die Finger davon lassen. Da sei ein bisschen Fachkenntnis schon gut. „Manchmal bringen Menschen Autos hier in die Werkstatt, denen ist das Rad fast abgefallen. Die dachten, sie hätten es mit dem Drehmomentschlüssel angezogen, aber der hat nur gehakt, weil Rost im Gewinde war“, erklärt er.

 Zum Reifenwechsel gezwungen ist übrigens niemand. „Wir haben eine situative Winterreifenpflicht“, erklärt Hansen. Wer sein Auto also bei Frost, Eis und Schnee gar nicht bewegt, brauche im Prinzip auch keine Winterreifen. Diejenigen, die nicht ständig oder viel auf der Autobahn unterwegs sind, können mit Ganzjahresreifen dem Wechselspiel entgehen. „Die sind zwar immer ein Kompromiss,“ sagt Jan Ole Lamp, „aber sagen wir mal so: Ein neuer Ganzjahresreifen ist auch nicht schlechter als ein fünf Jahre alter Winterreifen.“

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