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Am Seehafen boomt die Bahn

Wirtschaft Am Seehafen boomt die Bahn

Das Jahresende beschert dem Kieler Hafen einen Boom beim Umschlag. Alle Kais und Liegeplätze sind voll. Besonders in der Stadt ist das auffällig. Die Fähren der Stena Line und der Color Line sind derzeit fast jeden Tag ausgebucht.

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Immer mehr Container kommen per Zug nach Kiel und werden mit der Schweden-Fähre weitertransportiert.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Auf dem neuen Kombiterminal werden dort täglich mehrere Züge beladen. Und dabei fing alles ganz bescheiden an. Im Oktober 2012 startete im Hafen die Bahnanbindung von Verona. Die Stena Line war eine treibende Kraft, da viele Frachtkunden der Reederei den Weitertransport der Lastwagen und Container per Bahn wünschen.

 „Das Angebot wurde sehr gut angenommen“, sagte jetzt Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke. Allein am Kombiterminal Schwedenkai wurden in diesem Jahr von Januar bis Ende November mehr als 18000 Ladungseinheiten umgeschlagen. Das ist eine Steigerung von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich ist die Zunahme gegenüber dem Umschlag von 2010. Damals hoben Kräne in Kiel 10500 Einheiten auf Eisenbahnwaggons. Größtenteils handelt es sich dabei um Container mit Tanks oder Stückgut. Container mit Möbeln, Lebensmitteln oder Zubehör für die Automobilkonzerne werden per Laster zwischen Zug und Schiff verladen.

 Im April 2013 investierte der Hafen in einen neuen Portalkran. Das 30 Meter breite Umschlagsgerät kann drei Eisenbahngleise gleichzeitig überspannen und so drei Züge gleichzeitig beladen. Die Hubhöhe des fast 21 Meter hohen Krans liegt bei gut zwölf Metern. Der auch RTG genannte Kran eignet sich zum Anheben von Lkw-Trailern, Containern und Lkw-Wechselbrücken. Mit einem Hub kann er Fahrzeuge oder Container mit einem Gewicht von 45 Tonnen heben. Ein derartiges Gerät wurde auch im Ostuferhafen angeschafft. Dort stößt der Portalkran nur bei den Militärtransporten an seine Grenzen, da Kampfpanzer in der Regel schwerer als 45 Tonnen sind.

 Mehr als drei Millionen Euro investierte der Hafen in die beiden Portalkrane. Diese Anschaffung wurden aus dem Haushalt des Bundes gemäß der Richtlinie zur Förderung von Umschlagsanlagen des KV gefördert. Diese Investition sollte mehr Güter auf den Bahntransport bringen. Mit Erfolg. Nachdem 2012 zunächst nur zwei Züge pro Woche nach Verona in Italien am Schwedenkai starteten, wird inzwischen täglich ein Zug für Italien beladen. Bis zu 1300 Tonnen werden so pro Abfahrt von der Straße auf die Schiene gebracht. Betrieben wird der Zug von der Firma Kombiverkehr.

 Der wachsende Umschlag zeigt auch Spuren an der Kaianlage. So musste jetzt die Pflasterung des Schwedenkais in einigen Bereichen erneuert werden. „Das ist wie bei einer Hausauffahrt. Irgendwann gibt es Setzungen durch die Räder. Diese Unebenheiten wurden jetzt weggemacht“, sagt Jahnke. Im neuen Jahr steht der Terminal wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Zudem soll der Ausbau des Güterbahnhofs Meimersdorf die Leistungsfähigkeit der Eisenbahnanbindung des Hafens weiter stärken.

 Der Bereich des Schwedenkais zwischen Hafenhaus und Hörnbrücke hat in Punkto Bahnverkehr eine lange Tradition. Bis in die 1990er-Jahre wurden dort Container von der Transsibirischen Eisenbahn angelandet und auf Züge gestellt. Die Container kamen mit Frachtern aus Tallinn zum damaligen Bollhörnkai-Süd und wurden dort mit dem ersten Kieler Hafen-Mobilkran umgeladen. Dieser zu Sowjetzeiten begonnene Umschlag endete aber mit der Einführung der Fährlinie Kiel-St. Petersburg im Sommer 1991.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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