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Immer weniger Leerstand in Gaarden

Wirtschaftsbüro Immer weniger Leerstand in Gaarden

Fünf Jahre alt wird das Wirtschaftsbüro Gaarden am 1. September. Dieser erste halb-runde Geburtstag wird ziemlich lautlos an der Öffentlichkeit vorbeiziehen. Was nichts daran ändert, dass die Verantwortlichen schon ein klein wenig stolz auf das Erreichte sind. Es stehen weniger Gewerbeflächen leer.

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Seit etwa einem Jahr sitzt das Wirtschaftsbüro Gaarden in zentraler Lage auf dem Vinetaplatz. Unterm organisatorischen Dach der Projektgesellschaft Gaarden mit Geschäftsführer Christoph Adloff (von links) arbeiten Jasmin Tarhouni und Cetin Yildirim von Pickardt eng mit Silke Solbach, Margarita Schmal und David Vetter vom Büro Soziale Stadt zusammen.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Die vielleicht wichtigste Zahl: Als es im Herbst 2011 losging mit dem Wirtschaftsbüro, standen in Gaarden 35 bis 40 Gewerbeflächen leer. Heute sind es noch ungefähr 15. Solche Entwicklungen haben immer mehrere Ursachen und hängen in Gaarden auch mit einem kleinen Trend zur Umwandlung von Gaststätten in Wohnungen zusammen. Die altehrwürdige „Einigkeit“ in der Elisabethstraße, die im Frühjahr 2015 geschlossen wurde, ist ein Beispiel dafür. Auch an der Ecke Jachmannstraße/Pickertstraße bahnt sich eine derartige Umwandlung an. Die Erklärung ist laut Jasmin Tarhouni, die gemeinsam mit Cetin Yildirim von Pickardt im Wirtschaftsbüro sitzt, einfach: An Kneipen ist der Stadtteil eher überversorgt, Wohnraum hingegen wird langsam eher knapp.

 Zugleich dürfte auch das Wirtschaftsbüro einen Beitrag dazu geleistet haben, dass es zurückgeht mit den Leerständen. Dafür gibt es zum Beispiel die Gaardener Gewerberaumbörse. Per Internet – und ergänzend mit persönlicher Beratung durch Jasmin Tarhouni – arbeitet das Büro darauf hin, für freie Objekte Geschäftsleute mit den passenden Ideen zu finden.

 Außerdem habe man seit der Eröffnung immerhin 64 Gründungen begleitet, sagt Yildirim von Pickardt und betont, dass sich diese Betriebe auf eine breite Vielfalt von Branchen verteilen. So ist der Handel 18-mal vertreten, in zehn Fällen machten sich aber auch Handwerker auf den Weg in die Selbstständigkeit. Die üblichen Verdächtigen aus der Gastronomie spielen hingegen eine immer geringere Rolle. Zum letzten Mal mit einem Döner-Imbiss hat es Yildirim von Pickardt nach eigener Aussage vor fast schon zwei Jahren zu tun gehabt.

Auch für Selbstständige

 Nicht immer, wenn das Büro tätig wird, geht es allerdings um Gründungen. Auch Selbstständige, die schon am Markt sind, nehmen dessen Dienste in Anspruch. Bisweilen rät das Büro außerdem potenziellen Gründern ausdrücklich von ihrem Vorhaben ab. Erscheinen Geschäftsidee oder Finanzierung wacklig, so erläutert Yildirim von Pickardt, „dann muss man die Leute vor sich selber schützen“.

 Unterm Strich hat das Wirtschaftsbüro zwischen September 2011 und Ende 2015 genau 535 Erstberatungen vorgenommen. Hinzu kamen 480 Folgeberatungen, viele davon mit mehreren Terminen. Diese hohe Zahl an Folgeberatungen wertet Cetin Yildirim von Pickardt erfreut als „Zeichen des Vertrauens“. Eines stabilen Vertrauens erfreuen sich offenbar auch die Seminare. Die Themen reichen von Buchhaltung und Steuern bis zur Marketing und Schaufenstergestaltung. Erreicht wurden damit 327 Teilnehmer.

 Und dann gibt es noch Tätigkeiten, die anfangs niemand auf dem Plan hatte. Ein Renner ist laut Jasmin Tarhouni das Reparatur-Café, das in regelmäßigen Abständen im Vinetazentrum angeboten wird. Unerwartet gut laufen dazu die Stadtteilführungen für Studierende, die frisch nach Gaarden gezogen sind. Und nicht zuletzt ist das Wirtschaftsbüro neuerdings gemeinsam mit der Türkischen Gemeinde Schleswig-Holstein für die Winterbeleuchtung in der Elisabethstraße zuständig.

 Nachdem das Wirtschaftsbüro die ersten drei Jahre über das Programm „Soziale Stadt“ gefördert wurde, läuft es seither unter Regie und auf Kosten der Stadt – befristet auf den 31. Dezember 2017. Akuter Entscheidungsbedarf zur Zukunft der Einrichtung besteht insofern zwar nicht, der Ortsbeiratsvorsitzende Bruno Levtzow stellt aber jetzt schon mal klar: „Wir wollen das weiter behalten.“

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