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Kiwi auf dem Weg in neue Heimat

Von Kiel nach Rumänien Kiwi auf dem Weg in neue Heimat

Wisentbulle Kiwi hat das Wisentgehege Hasseldieksdamm verlassen und ist auf dem Weg in die Freiheit. Am Donnerstag wurde das 300 Kilogramm schwere Jungtier erneut betäubt und verladen.

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Wisentbulle Kiwi wird verladen: Nach der Betäubungsspritze wird er mit vereinten Kräften in eine Transportbox gezogen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Auf einem Transporter, der noch vier Wisente in Springe (Niedersachsen) aufnimmt, geht die Fahrt vorerst in ein Wildtierreservat im belgischen Han-sur-Lesse, wo weitere „Mitreisende“ – insgesamt 18 Tiere aus Deutschland, Frankreich und Belgien – gesammelt werden. „In zwei Wochen bringen wir sie nach Armenis in den rumänischen Südkarpaten“, erklärt der Leiter der Aktion, Joep van de Vlasakker, von der Initiative Rewilding Europe.

Dort angekommen, werden die Tiere vorerst in einem 15 Hektar großen eingezäunten Areal gehalten und beobachtet, anschließend in ein 160 Hektar großes Areal umgesiedelt und schließlich, wenn alles mit ihnen in Ordnung ist, im August in die Wildnis entlassen. „Die Karpaten sind sehr geeignet für Wisente, sie haben früher dort gelebt, es ist ein großes Gebiet, sie haben dort viel Platz und die lokalen Behörden sind sehr positiv eingestellt“, sagt van de Vlasakker.

 Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab und gibt es mehrere Projekte, die zum Ziel haben, den Wisent an verschiedenen Orten vor allem in Osteuropa wieder anzusiedeln, so in Polen, Weißrussland, der Ukraine, Russland, Litauen und der Slowakei. In den Süd- und den Nordkarpaten werden gerade wilde Herden aufgebaut, auch in Deutschland existiert seit zwei Jahren eine kleine frei lebende Herde, und zwar im Rothaargebirge (Nordrhein-Westfalen).

 Der europäische Blutsverwandte des Amerikanischen Bisons war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in freier Wildbahn ausgerottet worden. Von den nur zwölf übriggeblieben Exemplaren, die in Tierparks und Tiergehegen überlebten, ist es gelungen, Nachkommen zu züchten. Heute sind es wieder etwa 5000 Stück, die allerdings noch Inzuchtmerkmale wie eine hohe Anfälligkeit gegen Krankheiten aufweisen. Übrigens: Die Namen aller in Kiel geborenen Wisente beginnen mit den Buchstaben „K“. So wissen Besucher anderer Gehege bereits anhand des Namens, woher die Tiere stammen. Alle Tierparks und Gehege in Deutschland halten sich an diese Regel und benennen die Paarhufer entsprechend den Anfangsbuchstaben der Kommunen.

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Wisentbulle aus Kiel
Foto: Tierarzt Markus Wirth implantiert Kiwi einen Mikrochip, an dem er später in Rumänien erkannt werden kann. Heino Krannich (von links) hatte das Tier betäubt, Tierpfleger Andreas Staack die anderen Wisente weggelockt. Amtstierärztin Dr. Dorle Tischbirek untersuchte das Tier später auf TBC. Stadtförster Anton Gondorf freut sich, dass alles glatt abläuft.

Großwildjäger Heino Krannich legt sein Narkosegewehr an und drückt ab. Der Pfeil mit dem Betäubungsmittel trifft ins Hinterteil, Kiwi hoppelt noch drei Schritte und bleibt stehen. Ein paar Minuten später bricht er zusammen. Der anderthalb Jahre alte Wisentbulle aus dem Hasseldieksdammer Gehege soll nach Armenis in den rumänischen Südkarpaten umgesiedelt werden.

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