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Große Forschung von winzigen Teilchen

Wissenschaftspreis Kiel Große Forschung von winzigen Teilchen

Der Wissenschaftspreis der Stadt ist in diesem Jahr an den Chemiker Prof. Rainer Herges gegangen. Mit dem angesehenen Nano-Forscher habe die Stadt einen großen Fang gemacht, erklärte der Berliner Prof. Stefan Hecht in seiner Laudatio.

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Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (li.) und Robert Vollborn (re.), stellvertretender Stadtpräsident, übergaben den Preis an Rainer Herges.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Die mit 10000 Euro dotierte Auszeichnung wird in der Kieler Woche traditionell im jährlichen Wechsel mit dem Kulturpreis der Stadt verliehen.

Da der Professor für Organische Chemie an der Kieler Uni vor einer Woche seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte, war der Festakt im Ratssaal vor der Gästeschar aus Politik, Stadt, Kultur und Wissenschaft für Herges ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Das galt umso mehr, weil die jüngste seiner drei Töchter, Theresa, dem A-cappella-Frauenchor Jazzica angehört, der die Verleihung musikalisch begleitete und viel Beifall erhielt.

 Dass sich Herges mit seinen Entdeckungen auch international einen Namen gemacht hat und damit den Wissenschaftsstandort Kiel stärkt, priesen alle Redner: Robert Vollborn, stellvertretender Stadtpräsident, Universitätspräsident Prof. Lutz Kipp, Staatssekretär Rolf Fischer und der Laudator Hecht. Erst Ende Mai hatte der Großforschungsverbund mit dem Namen „Funktion durch Schalten“ unter Leitung von Herges fast neun Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft erhalten. Etwa 100 Wissenschaftler aus der Chemie, Physik, Medizin und Materialwissenschaften arbeiten in dem Verbund zusammen.

 Kipp und Laudator Hecht übernahmen die Aufgabe, den vielen anwesenden Laien einen Eindruck von Herges Leistung zu vermitteln: Seinem Team sei es gelungen, den magnetischen Zustand eines einzelnen Moleküls bei Raumtemperatur gezielt zu steuern. Der winzige Schalter erregte weltweit Aufsehen und revolutionierte Bereiche wie die Medizin und Solartechnik. „Kreativität, gepaart mit Genialität“, würdigte Hecht. Der Preisträger habe nur ein Problem: „Er ist ein Nano-Bildhauer. Man kann die Dinge, die er macht, nicht sehen.“ Als der so gefeierte große Forscher in einer Welt des Winzigen das Wort ergriff, dankte er neben seiner Familie besonders seinen Mitarbeitern („Ohne sie wäre ich nichts“). Mit Blick auf den sich verschärfenden Wettbewerb zwischen den Hochschulen schloss er mit einem eindringlichen Appell an Stadt und Land: „Am Ende werden nur wenige Universitäten übrig bleiben, die auf internationaler Ebene forschen werden. Kiel sollte dabei sein. Helfen Sie uns, den Platz in der Oberliga zu behalten.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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