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Florian Krügers Mutter gibt nicht auf

Suche nach Vermissten Florian Krügers Mutter gibt nicht auf

Marion Krüger ist verzweifelt: Sie sucht seit vier Jahren ihren Sohn Florian. Der damals 21-Jährige verschwand am 26. November 2011. In der ARD-Sendung „Wo bist Du?“ am Montag, 21. Dezember, um 20.15 Uhr wird die 50-jährige Kielerin vor laufender Kamera von Moderator Kai Pflaume zu dem Fall befragt.

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Florian Krüger ist seit dem 26. November 2011 verschwunden. Sein Auto stand auf der Holtenauer Hochbrücke. Seine Mutter glaubt nicht an einen Suizid, weil ihn andere Menschen in der Folgezeit gesehen haben wollen.

Quelle: Sven Tietgen

Kiel. Florian Krügers Wagen wurde am 26. November 2011 um 1.48 Uhr mit laufendem Motor und blinkenden Warnlichtern auf einer Fahrspur auf der Holtenauer Hochbrücke entdeckt. Die Mutter glaubt nicht an einen Suizid, weil mehrere Zeugen den jungen Mann später in Hamburg und Duisburg gesehen haben wollen. 

 Das Verschwinden von Florian Krüger gibt auch der Kieler Polizei Rätsel auf. „Wir unternehmen alles, um Florian zu finden und auszuschließen, dass er das Opfer einer Straftat geworden ist“, sagt Udo Koslowski, der in den Vermisstenfällen ermittelt. Am Tag nach dem Verschwinden suchte die Wasserschutzpolizei mit einem Boot unter der Brücke nach dem jungen Mann. Allen Hinweisen, die später eingegangen sind, ist Koslowski nachgegangen, hat die Zeugen befragt. „Noch wissen wir nicht, was passiert ist“, sagt der Beamte. Um den Fall aufzuklären, haben Polizeitaucher an fünf Tagen in diesem Jahr den Grund des Nord-Ostsee-Kanals von der Holtenauer Hochbrücke bis zu den Schleusen abgesucht. Die Sicht unter Wasser betrug drei bis fünf Meter, der Boden ist sandig und fest. „Wir haben Knochen gefunden, aber wie sich später herausstellte, von einem Tier“, erzählt Koslowski. Ein weiterer Tauchgang ist noch geplant.

 Generell ist es nicht unmöglich, dass ein Gegenstand oder Körper aus dem Kanal in die Ostsee getrieben oder gespült wird. Bei Hochwasser nach heftigen Regenfällen werden 20 bis 30 Prozent in die Förde entwässert. Durch den Sog einer Schiffsschraube könnte ein Körper vor die Schleusen oder Entwässerungssiele gezogen werden und so ins offene Meer gelangen. „Vor Jahren“, erzählt Koslowski, „wurde der Leichnam einer Person, die von der Brücke gesprungen ist, vor Heikendorf entdeckt“. Daran will Marion Krüger, die zu ihrem Sohn ein gutes Verhältnis hatte, nicht glauben. „Florian ist homosexuell und hatte Liebeskummer. Er war zweimal mit Unterbrechung mit seinem Freund zusammen, doch dann nicht mehr so fest“, sagt die Kielerin. Vier Tage nach dem Verschwinden hat sie den Bereich von einem Hundeführer mit einem speziell ausgebildeten Hund (Mantrailer) absuchen lassen.

 „Der Hund ist bis zur Mitte der Brücke gegangen, wieder zurück zum Auto und dann die Treppe an der Böschung nach unten. Dort hat das Tier die Spur verloren“, sagte Marion Krüger. Sie kann sich vorstellen, dass Florian in ein anderes Auto gestiegen ist und den Suizid nur vorgetäuscht hat, um anderswo ein neues Leben zu beginnen. „Dafür spricht für mich auch, dass es Tage später auf einer Internetplattform für Homosexuelle eine Anmeldung unter seinem Namen gab.“ Zudem habe ein Mann in Duisburg angegeben, Florian für ein paar Tage aufgenommen zu haben. Die Kielerin fuhr hin, konnte „Flo“ aber nicht finden. Auch später meldeten sich Zeugen aus Hamburg und Berlin, die ihn gesehen haben wollen. Marion Krüger hofft nun auf die ARD-Sendung.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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