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Wohnen statt fliegen in Holtenau

Geplantes Bürgerbegehren Wohnen statt fliegen in Holtenau

Am Freitag startete das Bündnis „Wir machen Stadt“ auf dem Europaplatz ihre Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren zur Zukunft des Flughafens. Sechs Monate haben die Verantwortlichen nun Zeit, 8000 Unterschriften für ihr Anliegen zu sammeln und einen Bürgerentscheid durchzusetzen.

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Björn Thoroe (Linke), Lydia Rudow (Grüne), Charlotte Spieler (Hansastraße 48), Lothar Wegner (Piraten), Lutz Oschmann (Grüne), Christian Saftig (Grüne) von "Wir machen Stadt", der Bürgerinitiative gegen den Kieler Flughafen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Mit ihrer Aktion riefen die Bündnis-Mitglieder aber auch Befürworter des Flughafens auf den Plan.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung“, sagte Lydia Rudow, Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion und Mitinitiatorin des Bürgerbegehrens. Der Bedarf an Wohnraum und Gewerbeflächen sei da und werde in den kommenden Jahren noch wachsen. „Die Fläche bietet die einmalige Chance, dort einen mischgenutzten Stadtteil aus Gewerbe und Wohnen zu realisieren.“ Deshalb setzten sich die Grünen für eine Stilllegung des Flughafens Holtenau ein.

Die Partei hatte den Anstoß für das Bürgerbegehren gegeben, nachdem sich die Mehrheit in der Ratsversammlung im Februar für einen dauerhaften Weiterbetrieb des Flughafens ausgesprochen hatte. Zum Bündnis „Wir machen Stadt“ gehören inzwischen aber auch Die Linke, die Piraten-Partei, Attac, der BUND, die Grüne Jugend Kiel, Hansa 48, Hempels, der Landesverband alleinerziehende Väter und Mütter und der Verein „Katzheide Ja“.

„Ziel des Bürgerbegehrens ist nicht nur, den Bürgerentscheid zu erreichen. Wir erhoffen uns auch, eine Debatte über Bürgerbeteiligung in Kiel anzustoßen“, sagte Björn Thoroe (Linke). Man müsse darüber diskutieren, wie Kiel gestaltet werden soll und auch über eine neue soziale Stadtpolitik. Denn durch die steigenden Mieten gebe es inzwischen auch für mittlere Einkommen kaum noch bezahlbare Wohnungen. Die könnten aber auf dem 100 Hektar großen Flughafen-Gelände geschaffen werden.

Bis zu 1800 Wohnungen könnten auf dem Flughafen Holtenau entstehen. 30 Prozent davon soll sozial geförderter Wohnraum sein, der Rest bezahlbarer Wohnraum, so die Bündnis-Mitglieder. „Wir wollen einen gemischten Stadtteil dort entwickeln, der Wohnraum für Studenten, Familien und Geringverdiener bietet“, so Rudow. Aber auch Gewerbe soll sich auf dem Gelände ansiedeln. „Im Moment sind dort 73 Leute beschäftigt. Nach Schätzungen des von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens könnten dort aber 2500 Arbeitsplätze neu geschaffen werden.“ Wichtig sei, dass die Planungen zur Gestaltung des Flughafens bald beginnen. „Jetzt beginnen auch die Planungen auf dem MFG-5-Gelände. Es wäre klug, beides gemeinsam zu entwickeln“, hob Thoroe hervor.

Dass sie die nötigen Unterschriften zusammenbekommen, bezweifeln die Bündnis-Mitglieder nicht. „Ich bin mir ganz sicher, dass wir bis Ende des Jahres die 8000 Unterschriften haben werden“, sagt Thoroe. Der Bürgerentscheid über die Zukunft des Flughafens solle dann parallel zur Kommunalwahl im Mai kommenden Jahres durchgeführt werden.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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