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Hoffen auf lebendige Nachbarschaft

Wohnprojekt in Suchsdorf Hoffen auf lebendige Nachbarschaft

Am Donnerstag in Suchsdorf wurde die Fertigstellung des Rohbaus des Wohnprojekts in der Eckernförder Straße gefeiert. Die Wankendorfer Baugenossenschaft und die GWU (Gemeinnützige Wohnungsunternehmen) Eckernförde hattenacht Monate nach Baubeginn zum Richtfest eingeladen.

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Auf den knapp 3000 Quadratmetern entstehen an der Eckernförder Straße in Suchsdorf 33 Wohnungen. Ein Drittel davon wird öffentlich gefördert.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Noch muss vorsichtig sein, wer durch die Vier-Zimmer-Wohnung im obersten Stockwerk des Hauses in der Eckernförder Straße 421 a läuft. Stromkabel liegen in schwarzen Bündeln auf dem Boden. Im Raum, der offensichtlich irgendwann das Badezimmer sein wird, klaffen Löcher in der Wand, dort wo später die Wasseranschlüsse angebracht werden. Nur die Toilettenspülung ist schon installiert. Die Fenster sind mit Folie beklebt. Sie lassen nur wenig Licht ins Innere und den Ausblick über Suchsdorf nur erahnen. Im Haus riecht es nach Zement.

 „Wir liegen sogar noch vor dem Zeitplan“, sagt Helmut Knüpp, Vorstandsvorsitzender der Wankendorfer. Endes des Jahres sollen die ersten Mieter einziehen können. Knüpp ist sichtlich stolz auf das Suchsdorfer Wohnprojekt. „Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der GWU Eckernförde hier bald preisgünstigen Wohnraum anbieten können.“

 Rund 6,2 Millionen Euro haben die Genossenschaften in das Projekt hinter der Suchsdorfer Grundschule investiert. 33 Mietwohnungen entstehen hier in drei Häusern, zwischen 45 und 100 Quadratmeter sind die Wohnungen groß. Ein Drittel wird öffentlich gefördert und kann deswegen zu einem niedrigen Mietpreis angeboten werden. Der Quadratmeterpreis für die übrigen Wohnungen liegt bei rund neun Euro. „Durch die unterschiedlichen Mietniveaus sprechen wir unterschiedliche Zielgruppen an und sorgen so für eine lebendige Nachbarschaft“, sagt Knüpp.

 Die Einbindung der Nachbarschaft ist beiden Genossenschaften besonders wichtig. Aus diesem Grund habe man den Ortsbeirat in die Planungen einbezogen und dort das Projekt vorgestellt, erzählt Knüpp. „Wir sind auch dem Wunsch des Ortsbeirates nach einem Gemeinschaftsraum nachgekommen.“ Im Erdgeschoss des größten der drei Gebäude wird nach der Fertigstellung ein Raum eingerichtet, der allen offensteht. „Ganz ausdrücklich ist der Raum nicht nur für die Bewohner gedacht. Er soll von allen Suchsdorfern genutzt werden können“, sagt Knüpp. Die Betreute Grundschule Suchsdorf werde die Organisation des Raumes übernehmen, ihn aber nicht nur Kindern zur Verfügung stellen. „Auch ältere Menschen sollen sich hier treffen können, um beispielsweise ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzukommen.“ Auch der Ortsbeirat könne dort in Zukunft tagen.

 „Das hier ist genau das, was die Landeshauptstadt am nötigsten braucht, nämlich Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen“, sagt Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino, der zum Richtfest nach Suchsdorf gekommen ist. Wegen des starken Bevölkerungswachstums in Kiel glaubt er, dass auf Dauer ein neuer Stadtteil entstehen wird. „Bis dahin müssen wir aber versuchen, die Potenziale voll auszuschöpfen.“ Eben dies sei in Suchsdorf geschehen und dazu noch in einer besonders ansprechenden und niveauvollen Art und Weise, wie der Bürgermeister findet.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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