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Kiel-Region will für Flüchtlinge bauen

Wohnungsnot Kiel-Region will für Flüchtlinge bauen

Der große Zustrom von Flüchtlingen löst in der Kiel-Region einen unerwarteten Schub im Sozialen Wohnungsbau aus. Die Kommunen und Ämter wollen so schnell wie möglich Wohnhäuser bauen lassen. Das hat der erste Flüchtlingsgipfel am Dienstag in Kiel ergeben.

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Kronshagen hat bereits eine Flüchtlingsunterkunft nach dem Kieler Modell gebaut.

Quelle: Thorsten Müller

Kiel. Die Mietshäuser sollen später von Studenten, Senioren und Bürgern mit geringem Einkommen genutzt werden können.

Der Kieler Sozialdezernent Gerwin Stöcken hatte Vertreter der Nachbargemeinden zu dem Gipfel eingeladen. Es herrscht große Einigkeit über die Probleme und die Notwendigkeit gemeinsamer Lösungen. Die dringlichste Frage heißt überall: Wo können die Flüchtlinge wohnen? Nach der Erstaufnahme des Landes kommen sie in kommunale Gemeinschaftsunterkünfte. Von dort müssen sie schneller als bisher in Wohnungen ziehen, weil die Gemeinschaftsunterkünfte für weitere Flüchtlinge benötigt werden. „Doch der Wohnungsmarkt ist eng – in Kiel und im Umland. Wir wollen dafür sorgen, dass der Wohnungsmarkt anspringt“, sagte Stöcken.

Helfen soll das Kieler Modell, entwickelt von der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in Kiel: ein Ausgangsmodell von einem Wohngebäude, das sich schnell und preiswert vom örtlichen Handwerk realisieren und an die Bedürfnisse der jeweiligen Bewohner – Flüchtlinge, Studenten, Senioren, große Familien – anpassen lässt.

In Kiel möchte die Stadt auf eigenen Grundstücken Mietshäuser nach diesem Kieler Modell errichten. Bauzeit: neun bis zehn Monate, wenn die Witterung mitspielt.In Kronshagen hat man bereits ein Haus für 20 Flüchtlinge nach dem Kieler Modell gebaut, ein weiteres für 24 Personen ist fast fertig. „Wir müssen aber 125 Menschen unterbringen. Das ist heftig, es gibt ja keinen privaten Mietraum mehr“, sagte Bürgermeister Uwe Meister. Er wollte deshalb noch am Dienstag zwei weitere Bauprojekte anschieben. In Flintbek ist öffentlich geförderter Wohnungsbau bereits beschlossen. Im Amt Dänischenhagen überlegt man, an der Gemeinschaftsunterkunft ein weiteres Gebäude für Flüchtlinge zu errichten. In Heikendorf hat man drei Grundstücke ausgemacht, die sich für das Kieler Modell eignen.

„Das Problem ist: Was machen wir, bis diese Häuser stehen? Bei uns reichen die Kapazitäten nur noch vier Monate“, sagte der Heikendorfer Bürgermeister Alexander Orth. Für diese Übergangszeit sei man auf jeden freien Wohnraum angewiesen, appellierten die Gipfel-Teilnehmer an Wohnungswirtschaft und Bürger. In Kiel werden erst einmal in drei leerstehenden Gebäuden weitere Gemeinschaftsunterkünfte für 485 Personen eingerichtet. Der Flüchtlingsgipfel soll der Auftakt für regelmäßige Treffen sein. Erstes gemeinsames Projekt: eine Internet-Plattform für ehrenamtliche Hilfe in der Kiel-Region.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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Es ist schon verrückt: Seit Jahren wird mehr sozialer Wohnungsbau angemahnt. Nun haben wir es offenbar den Flüchtlingen zu verdanken, dass der Bau von öffentlich gefördertem Wohnraum zu günstigen Mietpreisen richtig Fahrt aufnimmt.

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