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Kein Poller muss frieren

„Wollmäuse“ aus Ellerbek Kein Poller muss frieren

Schick in Strick: Der Winter kann kommen, die Poller an der Julius-Brecht-Straße/Ecke August-Sievers-Ring sind warm eingepackt. Für den farbenfrohen Ringellook hat die Ellerbeker Gruppe „Wollmäuse“ gesorgt, die sich seit einem Jahr jeden Freitag trifft.

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Jeden Freitag trifft sich im Café Vielfalt die Strickgruppe „Wollmäuse“, zu der auch (von rechts) Carola Schäfer, Hildegard Meihöfer, Karin Butz und Emma Helene Nagel, hier mit Enkelin Mia, gehören. Gestrickt und gehäkelt werden nicht nur Socken, Mützen und Schals, sondern auch Verkleidungen für die Poller im Stadtteil.

Quelle: Karin Jordt

Ellerbek. Die handarbeitenden Damen stricken und häkeln mit großer Begeisterung: So entstehen nicht nur Socken, Schals, Mützen, Westen und Geschenkartikel für die Familie, auch die Poller vor der Tür werden umgarnt. „Wir dachten, dass die so trist aussehen“, sagt Karin Butz, „wir wollten dem Platz etwas Leben geben.“ Doch kaum waren die Holzpfähle in originelle Strickringel gehüllt, verschwanden die Ummantelungen bei Nacht und Nebel. „Die wurden geklaut“, folgerten die „Wollmäuse“ und starteten einen neuen Anlauf für den Maschenspaß. „Dann haben wir nicht gestrickt, sondern gehäkelt, das geht schneller“, erzählt Karin Butz und lacht: „Und dann haben wir alles festgetackert.“ Man muss sich nur zu helfen wissen. Nun geht der modebewusste Ellerbeker Poller mit farbenfrohem Ringelmantel in die Wintersaison, gern auch mit kuscheliger Mütze im Erdbeerlook oder von den Farben Schleswig-Holsteins flauschig umgarnt.

 „Urban Knitting“ (Städtisches Stricken) stammt als maschenhafter Trend aus den USA und ist heute in vielen europäischen Großstädten angesagt. Als Strickguerilla bringen auch Straßenkünstler gern Wärme mit Wolle in den öffentlichen Raum, bestricken Bäume, Automaten, Telefonkästen oder Statuen. Manche Aktionen sind Proteste gegen Massenwaren oder politische Statements, andere sollen einfach nur Spaß machen im tristen Alltag. So möchten auch die Ellerbeker „Wollmäuse“ ihren Stadtteil einfach nur ein bisschen bunter machen und gute Laune verbreiten. Für den Einsatz haben sie in der Nachbarschaft viel Anerkennung geerntet.

 Wer Lust hat mitzumachen, ist herzlich willkommen: Jeden Freitag, 13.30 bis 16.30 Uhr, trifft sich die emsige Gruppe im „Café Vielfalt“. Der Stadtteiltreff und das benachbarte „Atelier Freistil“ sind in ehemalige, leerstehende Geschäfte eingezogen und sorgen für Belebung an der Ladenzeile. Träger ist die Gesellschaft für soziale Hilfen in Norddeutschland (GSHN), die in dem Café und dem Atelier 20 Menschen mit seelischen Handicaps in den Bereichen Gastronomie und Kunst vielfältige Angebote für Arbeit und Beschäftigung bietet. Gleichzeitig können sich Menschen aus dem Stadtteil, wie die „Wollmäuse“, in den Räumen für Freizeitaktivitäten treffen, zum Spielen, Handarbeiten, Basteln oder Büchertauschen. Im Atelier kann unter fachkundiger Anleitung künstlerisch gearbeitet werden.

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