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Würstchen und Werbetafeln im Visier

Innenstadt Würstchen und Werbetafeln im Visier

Jetzt wird die Holstenstraße aufgeräumt: SPD, Grüne, SSW und die Linken stimmten in der Ratsversammlung für die Gestaltungsoffensive Innenstadt. Die Stadt will dem Hindernisparcours mit Aufstellern ein Ende bereiten und die Phalanx der Wurstwagen aufbrechen.

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Die Stadt will dem Wildwuchs der Werbeaufsteller ein Ende bereiten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. CDU und FDP kritisieren das Gestaltungshandbuch und sprechen von einer „Geschmackshoheit der Verwaltung“.

Besonders der Abschnitt zwischen Schevenbrücke und Holstenbrücke ist der Verwaltung ein Dorn im Auge. Die Aufsteller vor den Geschäften stehen gestaffelt in der Fußgängerzone, dazwischen zahlreiche Warenkörbe, die die Passanten in die Mitte des öffentlichen Raumes drängen. Die Innenstadt werde den Ansprüchen einer vitalen Mitte nicht mehr gerecht, meinte Bürgermeister Peter Todeskino in der Beschlussvorlage: Geschäftsinhaber täten sich keinen Gefallen, wenn ihre Aufsteller zu weit entfernt von den Eingängen ständen, weil die Passanten so in die Mitte der Straße gedrängt würden.

 Die zahlreichen Wurstwagen will die Stadt nicht mehr erlauben. Jeweils nur noch zwei dürfen am Holstenplatz sowie am Asmus-Bremer-Platz verkaufen. Zudem sollen Tische und Stühle vor Cafés aus hochwertigem Mobiliar bestehen. Die Stadt hat in zahlreichen Runden von den Geschäftsleuten Rückendeckung erhalten. Ein Gestaltungshandbuch wurde erarbeitet. Die Regeln sollen mit einer Übergangsfrist umgesetzt werden. Viele Geschäftsleute wissen bereits Bescheid, andere werden informiert.

 Die Kooperation begrüßt die Entwicklung: Die City erlebe durch die Bauvorhaben eine einzigartige Aufwertung. „Wir unterstützen diese Initiative, denn sie passt hervorragend zur dynamischen Entwicklung der gesamten Innenstadt, die durch die Leuchtturmprojekte Kleiner Kiel-Kanal und Schlossquartier befeuert wird“, sagten Özlem Ünsal und André Wilkens (SPD), Dirk Scheelje (Grüne) und Sven Seele (SSW). Im Dialog mit vielen Kaufleuten, die im Forum Innenstadt immer wieder ihre Wünsche und Erwartungen äußerten, habe die Verwaltung an dieser Richtlinie gearbeitet, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen.

 Massive Kritik kommt von der CDU, die sich bei der Abstimmung enthielt. Der Inhalt des Gestaltungshandbuches bedürfe einer grundsätzlichen Überarbeitung, sagte der baupolitische Sprecher Wolfgang Homeyer: „Bewertungen wie Kaufkraftschwund und Attraktivitätsverlust zeichnen ein Negativbild der Innenstadt, was in Veröffentlichungen der Verwaltung fehl am Platz ist.“ Am Beispiel der Regelungen für Freisitzanlagen sei ablesbar, wie unverbindlich die Vorgaben gefasst sind. „Was ist hochwertig, wie soll das kontrolliert werden?“, fragte der CDU-Mann. Dabei gebe es Hersteller, die gut gestaltete Kunststoffprodukte mit hochwertigen Designansprüchen herstellten.

 Die FDP stimmte dagegen und wird grundsätzlich: „Die vorgesehenen Änderungen an öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen stellen in gewissen Punkten einen unangemessenen Eingriff in die unternehmerische Betätigung dar“, sagten Fraktionschef Hubertus Hencke und Vize Christina Musculus-Stahnke. In einzelnen Elementen arte die Gestaltungsoffensive in Regelungen aus, die an „Geschmackspolizei“ erinnerten.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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