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Die Chinesen kommen

Xiang Tan“ zur Kieler Woche Die Chinesen kommen

Marinesoldaten und Schiffe gehören zur Tradition der Kieler Woche. In diesem Jahr wird es im Tirpitzhafen eine „graue“ Premiere geben. Erstmals werden chinesische Marinesoldaten mit einem der modernsten Kampfschiffe der Volksrepublik zur Kieler Woche kommen.

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Im Oktober passierte die Fregatte „Yi Yang“ (548) den Nord-Ostsee-Kanal. Das Schwesterschiff „Xiang Tan“ wird jetzt zur Kieler Woche 2016 erwartet.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das bestätigte am Mittwoch die Stadt Kiel. Damit liegen erstmals große Schiffe aus den USA, Frankreich, den Niederlanden, Deutschlands und Chinas dicht and dicht im Tirpitzhafen. Auch zwei Nato-Verbände werden erwartet.

 Auslöser für den Besuch war eine Attachee-Konferenz in Berlin, bei der sich die deutschen Häfen präsentieren. „Wir haben dabei China eingeladen und auch eine Antwort bekommen“, sagt Christian Riediger, Leiter des Kieler-Woche-Stabs im Rathaus. Vor wenigen Tagen kam nun die Nachricht mit der Ankündigung des Schiffes. Die Volksrepublik China möchte nach dem gegenwärtigen Stand der Planung die brandneue Fregatte „Xiang Tan“ nach Kiel schicken. Sie ist derzeit am Horn von Afrika mit der Sicherung der Seewege gegen Piraten beschäftigt.

 China gilt wegen des Engagements gegen Piraten als Partner für Nato und EU. Deshalb sind Anläufe und Besuche chinesischer Kampfschiffe in deutschen Häfen auch gern gesehen. Die 134 Meter lange Fregatte wird am 17. Juni zusammen mit dem Verband der US-Marine vom Großmanöver Baltops in Kiel einlaufen und neben den amerikanischen Schiffen an der Scheermole festmachen. Ganz anders sieht es mit Blick auf die russische Marine aus. Russland bekommt seit der Besetzung der Krim 2014 keine Einlaufgenehmigungen für seine Kriegsschiffe in Nato-Häfen. Nur die Windjammer sind ausgenommen: Die russische „Sedov“ kommt zur Kieler Woche.

Größtes Marinetreffen in Deutschland

 Größte Marineschiffe im Tirpitzhafen sind in diesem Jahr der britische Hubschrauberträger „Ocean“ und das amerikanische Kommandoschiff „Mount Whitney“. Das 194 Meter lange Flaggschiff der 6. US-Flotte wird von einem Zerstörer und einem Landungsschiff begleitet. Insgesamt sind nach KN-Informationen rund 30 Gastschiffe mit 3000 Soldaten in Kiel zu Besuch. Erstmals kommt auch ein niederländischer Verband mit einem Landungsschiff zur Kieler Woche. Damit ist die Festwoche erneut das größte Marinetreffen in Deutschland. Flaggschiff wird der Einsatzgruppenversorger „Berlin“.

 Die Marine plant in diesem Jahr auch Neuerungen. So soll es auf dem Marinestützpunkt ein „Camp Marine“ geben. Dort sind Vorführungen und Ausstellungen geplant. Das Camp soll über die Aufgaben der Marine und die Arbeitsplätze informieren. „Es geht dabei aber nicht allein um die Nachwuchswerbung. Die Darstellung der Rolle der Bundeswehr ist auch ein wichtiges Thema. Wir wollen dieses Camp nutzen, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen“, sagt Fregattenkapitän Alexander Wald von der Einsatzflottille 1 in Kiel. Das Camp kann während der Open-Ship-Tage am 18., 19. und 22. Juni besucht werden.

 Die Kieler Woche ist darüber hinaus auch wieder Anlass für Konferenzen. Die US-Marine wird die Abschlusskonferenz des Manövers US-Baltops in Kiel abhalten. Internationale Fragen der Sicherheit stehen im Mittelpunkt der zweiten „Kiel Conference“, die vom Kieler Institut für Sicherheitspolitik der Uni Kiel ausgerichtet wird. Dazu werden hochrangige Vertreter aus Militär und Politik erwartet.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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