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Der Klotz wird trocken gelegt

ZOB Baustelle Der Klotz wird trocken gelegt

Der Deckel des Bunkers auf dem ZOB-Gelände ist freigelegt. Eine Kernbohrung hat ergeben, dass die Decke 1,40 Meter dick ist. Der ehemalige Schutzraum ist bis obenhin mit Sand und Wasser verfüllt – das sieht man bei einem Blick ins Loch.

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1,40 Meter stark ist die Wand des Tiefbunkers, der sich auf dem ZOB-Grundstück befundet. Rainer Schönwetter vom Tiefbauamt misst noch einmal nach.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Mit lautem Getöse werden gerade Spundwände in die Erde gerüttelt, um den Bereich trocken zu legen. Ende November soll ein Teil der mächtigen Bunkerdecke geöffnet werden, damit dort die Gründungspfähle für das neue Parkhaus in die Erde gebracht werden können, das Mitte 2017 fertig sein soll.

Der Betonklotz im Boden war für mehrere 100 Menschen ausgelegt. Er ist 30 mal 40 Meter groß und hatte zwei Eingangstürme, von denen nur noch Überreste zu sehen sind. Der ganze Bereich wird jetzt großzügig mit einer Spundwand umschlossen, damit kein weiteres Wasser aus Richtung Sophienblatt durch Risse ins Gemäuer fließen kann. Die einzelnen Stahlelemente sind zwölf Meter lang und werden von einem großen Hydraulik-Rüttler in die Erde gebracht. Etwa die Hälfte haben die Arbeiter geschafft, Mitte November wollen sie fertig sein.

Die Abrissarbeiten im Kieler Schlossquartier sind in vollem Gange.

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„An den Ecken sind bereits Brunnenschächte angelegt, aus denen dann das Wasser gepumpt wird, um den Grundwasserspiegel zu senken“, sagte Rainer Schönwetter, ZOB-Projektleiter im städtischen Tiefbauamt. Vor dem Bau des alten ZOBs wurden die 2,10 Meter hohen Räume im Bunker mit Sand verfüllt. Durch Risse in den Wänden floss Wasser in den ehemaligen Schutzraum, das jetzt bis zur Decke steht. Das muss alles raus: Denn um das neue Parkhaus zu gründen, wird ab Ende November ein 3,50 Meter breiter und 40 Meter langer Streifen in der Mitte geöffnet. „Dazu werden nach derzeitigem Stand Kernbohrung dicht aneinander vorgenommen und die dicke Decke mit einer Hydraulik-Zange herausgebrochen“, erklärte Schönwetter.

Vermutlich wird eine Spezialfirma mit kleineren Geräten im Bunker den Sand nach oben befördern. Das steht aber erst nach der Ausschreibung der Arbeiten fest. „Sobald das etwa 1,20 Meter dicke Fundament frei liegt, werden 40 große Löcher hineingebohrt und genau vermessen, weil dadurch später die langen Gründungspfähle getrieben werden“, erklärte Schönwetter. Dann werden alle Räume unter der Erde bis obenhin mit Leichtbeton gefüllt. Sobald die Masse hart ist, wird es knifflig: Die Spezialisten müssen mit den Pfählen durch den 2,10 Meter starken Leichtbeton hindurch und dann genau das Loch im Bunker-Fundament treffen. Sobald alle Pfähle an Ort und Stelle fest im Boden sitzen, wird das neue ZOB-Fundament gegossen – wenn alles gut geht.

Zwar der Untergrund frei von Altlasten – beispielsweise den Überresten von zwei Tankstellen. Auch Blindgänger wurden auf dem Areal nicht gefunden. Doch an einer Stelle haben die Arbeiter große Findlinge ans Licht geholt, die dort eigentlich nicht auf einem Haufen hätten liegen sollten. Möglicherweise stammen die dicken Steine noch aus älterer Zeit, als über das Gelände Bahngleise führten und sie den Trassen als Befestigung dienten. Denn der heutige Bahnhof ist nicht der ursprüngliche Kiels. Er hatte einen Vorgänger am heutigen Stresemannplatz. Dieser Bahnhof wurde 1844 für die erste Eisenbahnlinie in Schleswig-Holstein von Kiel nach Altona gebaut.

Ein neuer ZOB soll errichtet werden

Provisorium: Der ZOB wurde als Provisorium zu den Olympischen Segelwettbewerben 1972 gebaut. Er war lange Zeit lang über drei Fußgängerbrücken mit dem Hauptbahnhof, dem Bahnhofskai sowie der Innenstadt verbunden. Doch der Zahn der Zeit nagte schon lange an dem Gebäude: Bröselnder Beton und rostige Stahlträger sorgten zusammen mit zugigen dunklen Ecken für Unbehagen bei Buspassagieren und Parkhaus-Nutzern.

Teilabriss: Bereits 2009 musste ein Teil des ZOB dem Hotel Atlantic weichen. Anfang April begann der Abbruch des Rests. Zunächst demontierten die Arbeiter die Asphaltschichten auf den Ebenen, brachen die Spindel ab und anschließend die Stahlkonstruktion. Ende Juni war der Schandfleck weg.

Neubau: Ein neues Parkdeck mit dem ZOB im Erdgeschoss soll ab Mitte 2017 fertig sein. Es stehen dann 520 Parkplätze auf sechs Etagen zur Verfügung. Damit ist ein Teil des Areals bebaut. Was die Zech-Gruppe auf dem Grundstück hinter ihrem Hotel Atlantic plant, ist noch unklar.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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