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Sturm ging der Uhr mächtig auf den Zeiger

Rathausturm Sturm ging der Uhr mächtig auf den Zeiger

Bei einer dramatischen Rettungsaktion haben Höhenretter der Berufsfeuerwehr einen großen Zeiger der Rathausturmuhr gesichert. Das 80 Kilogramm schwere Kupferteil drohte in den Innenhof zu stürzen. Heftige Windböen hatten dem Zeiger in den vergangenen Jahre derart zugesetzt, dass er an der Achse zum Uhrwerk wackelte und dadurch beschädigt wurde.

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Experten am Rathaus: Der große Zeiger der Kieler Rathausuhr wurde vom Team Höhenrettung mit Seilen gesichert.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Bei der turnusmäßigen Überprüfung des Uhrwerkes stellten die Mitarbeiter der Fachfirma Gosch & Schlüter am Montag fest, dass der Zeiger in der Mitte gerissen war. Sofort riefen sie die Schlosser des Betriebes Gutzeit Metallbau, die ebenfalls in den Turm stiegen und sich den Kupferzeiger in 55 Metern Höhe anschauten. „Wir haben den Schaden gesehen und den Zeiger mit Gurt und Seil gesichert. Zusätzlich haben wir ein Loch hineingebohrt und noch ein Seil hindurchgefädelt und festgebunden“, sagte Andreas Roben. Nach kurzer Absprache mit Holger Schmidt von der städtischen Immobilienwirtschaft war man sich einig, dass der Zeiger sofort runter musste, denn er schwankte in den Windböen schon bedenklich – und gegen Abend sollte es noch einmal auffrischen. Die Feuerwehr musste ran. Die städtischen Mitarbeiter fuhren sofort ihre Pkw aus dem Innenhof.

Gegen 13.15 Uhr hatten sich die Höhenretter mit Gurt und langen Seilen ausgerüstet. Von der Balustrade ließen sie zunächst zwei Seile bis zum Boden herab und bauten sich zusätzliche Sicherungen. Um 14 Uhr seilte sich Ingo Plambeck bis zur Mitte der Uhr hinab. Aus einer Luke darunter assistierte ihm Andreas Roben und besprach das weitere Vorgehen mit ihm. Wenig später hatte Plambeck den Zeiger an einem dicken Seil befestigt und die Behelfskonstruktionen der Schlosser gelöst. Dann bog er das Kupferteil so lange hin und her, bis das Metall brach und der Zeiger am Band hing. Durch die Luke steckte der Höhenretter das fast zwei Meter lange Teil den Kollegen entgegen, die es in Empfang nahmen und im Inneren des Turmes verstauten.

Höhenretter sind im Training

Plambeck seilte sich bis zum Boden ab: „Das ist schon ein besonderer Einsatz. Wann sichert man schon einmal einen Zeiger einer Turmuhr?“, sagte er. Die Höhe hätte keine Herausforderung an ihn gestellt. Schließlich trainieren die Höhenretter derartige Aktionen. Die Stadt hat noch einen Ersatzzeiger, der auch einen Riss hatte, aber geschweißt wurde. Ob dieser nun angebaut wird, ist noch unklar. Erst einmal soll geprüft werden, in wieweit sich der jetzt gerettete Zeiger reparieren lässt. Dass der Rathausturm bald wieder von allen vier Seiten die Zeit anzeigen soll, ist klar. Vermutlich wird aber für die Montage ein Gerüst im Rathausinnenhof aufgestellt werden müssen, um das schwere Teil in die Höhe zu bekommen.

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