21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Prüner-Schlag-Besetzer suchten das Weite

Hasseldieksdammer Weg Prüner-Schlag-Besetzer suchten das Weite

Sie sind weg. Die Besetzer einer Grünfläche des Möbel-Kraft-Geländes und anschließend eines Parkstreifens am Hasseldieksdammer Weg haben in der Nacht zu Donnerstag ihre Wagen weggefahren. Am Morgen deuteten lediglich Kreidebotschaften auf dem Gehweg noch auf die Aktivisten hin.

Voriger Artikel
Warleberger Hof zeigt Marinemaler

Letzte Reste: Die Wagengruppe Schlagloch hat ihre Wagen in der Nacht zu Donnerstag vom Hasseldieksdammer Weg weggefahren.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. "Schlagloch bleibt, aber woanders" oder "tschüß": Mit diesen Schriftzügen teilte die Wagengruppe am Donnerstagmorgen ihren Abschied mit. Lediglich ein kleiner Stapel von Reifen und Holzblöcken, darauf ein Zettel "Wird um 12.00 abgeholt", deutete noch auf das hin, was am Hasseldieksdammer Weg und zuvor auf einer Ausgleichsfläche des Möbel-Kraft-Geländes wochenlang ein Thema in der Stadt gewesen war: Eine zweistellige Zahl von Aktivisten hatte sich mit mehreren Wagen an dem politisch brisanten Standort einquartiert. Sie forderten mehr Teilhabe an der Stadtpolitik und Akzeptanz und Raum für alternative Wohnformen wie in Wagengruppen.

Das nächste Gespräch war geplant

Am Donnerstag stand ein erneutes Gespräch mit der Stadt Kiel an. Aber auch im Rathaus ist man vom Fortfahren der Wagen überrascht worden: "Die Gruppe hat sich ja nie gerne ausrechnen lassen", sagte Sprecherin Annette Wiese-Krukowska. Städtische Behörden hätten die Sicherheitslage vor Ort, vor allem für den Verkehr, daher permanent überprüft - zuletzt am Mittwoch das Tiefbauamt. „Die Stadt ist tätig geworden und hat gesagt: Das geht so nicht“, fasste sie zusammen. Zwei „uniformierte Scouts“ des Tiefbauamtes hatten demnach am Abend eine Verfügung vorgezeigt: „Die öffentliche Fläche ist freizuräumen.“ Damit war der Geh- und Radweg gemeint, auf dem die Besetzer zwischenzeitlich „Sitzgelegenheiten, Kohlegrill und Infotafeln“ aufgebaut hatten. „Dafür hätten sie eine Sondernutzungserlaubnis gebraucht“, so Wiese-Krukowska. Nach Rechtsbelehrung drohte die Behörde mit einer „Ersatzvornahme in Höhe von 10000 Euro“.

"Gestern hat uns ein dreistes Ultimatum vom Ordnungs- und Tiefbauamt erreicht: den Seitenstreifen am Hasseldieksdammer Weg heute (Donnerstag) bis 16 Uhr zu verlassen. Darum parken wir nun kurzfristig woanders", teilte die Gruppe auf ihrer Blogseite mit. Das Platzhandy der Wagengruppe war für ein Statement nicht mehr erreichbar. Dennoch liefen im Laufe des Tages die Gespräche mit der Stadt weiter. Es stellte sich heraus, dass Wagen aus der Gruppe offenbar den Hornheimer Weg angesteuert hatten, mutmaßlich in der Nähe zur Alten Meierei. Mit diesem Ziel, selbst einst aus Besetzungen hervorgegangen, hätte die Wagengruppe Schlagloch zunächst die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen erhalten.

Voriger Artikel
Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3