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Ein neues Haus für die Psychiatrie

Zip-Klinik Kiel Ein neues Haus für die Psychiatrie

Nach gut eineinhalb Jahren Umbauphase konnte am Freitag die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie des Zentrums für Integrative Psychiatrie (Zip) ihren neuen Standort beziehen. Die Klinik ist nicht mehr länger im Niemannsweg zu finden, sondern in der Michaelisstraße 1, direkt auf dem Campus des UKSH.

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Klinik-Umbau auf dem Campus: In der Michaelisstraße können ab sofort Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen ambulant und stationär behandelt werden.

Quelle: Uwe Paesler

Düsternbrook. „Wir haben uns bemüht, dass es hier frisch, hell und nicht so sehr nach Krankenhaus aussieht“, sagt Prof. Fritz Hohagen, Klinikdirektor und medizinischer Geschäftsführer des Zip. Er lehnt am Tisch im Aufenthaltsraum im dritten Stock und schaut sich um. Grüne Wände, helle Tische, moderne, orangefarbene und weiße Stühle, dazu große Fenster, die viel Licht in den Raum lassen. „Sie hätten mal sehen sollen, wie es hier vorher aussah. Das ist kein Vergleich.“ Lange Zeit war im Gebäude die Orthopädische Klinik untergebracht, im Treppenhaus erinnert das Geländer noch an die Zeit, als das Gebäude errichtet wurde. „Das ist jetzt ja schon wieder retro“, sagt Hohagen lachend, während er schnellen Schrittes die Treppen zur nächsten Station hinaufgeht.

 Er freue sich riesig, dass sie nun endlich die neuen Räume beziehen. „Ich bin mir sicher, dass sich alle hier wohlfühlen werden. Die Klinik soll ein Ort der exzellenten Patientenbehandlung, aber auch ein Ort der Lehre sein.“ Das Besondere sei auch der neue Standort – direkt auf dem Campus und nicht, wie es in anderen Städten üblich ist, auf der grünen Wiese am Stadtrand. Gerade bei psychosomatischen Erkrankungen sei es wichtig, dass das Umfeld in die Behandlung miteinbezogen werde, erklärt Hohagen. „Deshalb passt die Klinik gut hier hin.“

 Auch Prof. Christoph Röcken, Prodekan der Medizinischen Fakultät der Kieler Uni, freut sich über die räumliche Nähe zum Campus: „Dadurch werden Synergien zwischen den Kliniken möglich, insbesondere in der Lehre.“ Der nahtlose Übergang von stationärer zu ambulanter Versorgung werde durch den neuen Standort deutlich erleichtert, sagte UKSH-Chef Prof. Jens Scholz. „Mit dem neuen Standort auf dem Campus des UKSH setzen wir den Leitgedanken fort, die therapeutischen Angebote so weiterzuentwickeln, dass unsere Patienten von einer ganzheitlichen, interdisziplinären Versorgung profitieren und ihnen zugleich eine schnelle Rückkehr in die gewohnte Umgebung und Selbstständigkeit ermöglicht wird.“

 Fast 3000 Quadratmeter auf fünf Stockwerken stehen der Klinik nun zur Verfügung. Neben Patientenzimmern mit 40 Betten, Gruppenräumen und Therapeutenzimmern gehören auch ein Schlaflabor und eine neue Praxis für Ergotherapie dazu. Rund 4,3 Millionen Euro hat der Umbau der alten Orthopädischen Klinik gekostet, finanziert wurde er aus Mitteln der Zip gGmbH.

 Besonders Menschen, die an Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Depressionen leiden, werden nun in der Klinik behandelt. Der Zusammenhang von Körper und Psyche stehe dabei im Mittelpunkt, erläutert Hohagen. „Studien haben gezeigt, dass etwa Menschen, die einen Herzinfarkt oder einen Hirninfarkt hatten, eine kürzere Lebenserwartung haben, wenn sie zusätzlich noch eine Depression bekommen.“ Es sei wichtig, gerade Depressionen frühzeitig zu erkennen und dagegen anzugehen. Psychotherapie sei deshalb die Hauptbehandlungsmethode in der neuen Klinik, aber nicht die einzige. „Wir wollen den körperlichen Beschwerden nicht weniger Beachtung schenken, aber der Psyche deutlich mehr“, sagt Hohagen.

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Ein Artikel von
Anne-Kathrin Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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