23 ° / 11 ° Gewitter

Navigation:
Schlussakkord für ein Provisorium

Kieler ZOB wird abgerissen Schlussakkord für ein Provisorium

Das Provisorium hielt mehr als 40 Jahre. Doch jetzt ist endgültig Schluss: Am Mittwoch begannen der Abriss des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Kiel. Bis 2017 soll an gleicher Stelle für fast zwölf Millionen Euro ein Neubau entstehen.

Voriger Artikel
Innenstadt eine der besten Lagen
Nächster Artikel
Freie Stellen für Kurzentschlossene

Die Abrissarbeiten des ehemaligen Omnibusbahnhofs (Zob) in Kiel haben begonnen. "Jetzt geht es dem ZOB an den Kragen", postet Kiels Bürgermeister Peter Todeskino.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Am Mittwoch gingen die Arbeiter am Vormittag mit schwerem Gerät und Schneidbrennern ans Werk, um die 43 Jahre alte Stahlkonstruktion zu zerlegen. In den vergangenen Tagen waren bereits Teile des Asphalts und der Betondecken entfernt worden.

Er freue sich darüber, dass dieser „Schandfleck“ endlich verschwinde, sagte Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne), der den offiziellen Startschuss für die Abrissarbeiten gab. Im Zuge der Bewerbung für die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele sei es jetzt besonders wichtig, die Verkehrsinfrastruktur der Kieler Innenstadt zu stärken, unterstrich Todeskino. Auf dem Gelände unweit des Hauptbahnhofs sollen bis 2017 für 11,5 Millionen Euro unter anderem ein neues Parkhaus mit 520 Stellplätzen und neue Haltestellen für Busse entstehen. Auch der neue ZOB soll als zentrale Drehscheibe wieder die unterschiedlichen Verkehrsmittel verbinden.

Die Abrissarbeiten des ehemaligen Omnibusbahnhofs (ZOB) in Kiel haben begonnen. Am Mittwoch gab Bürgermeister Peter Todeskino den Startschuss. Bis Ende Mai soll der Komplex verschwunden sein.

Zur Bildergalerie

Der ehemalige ZOB entstand 1972 eigentlich als provisorisches Bauwerk und war lange Zeit lang über insgesamt drei Fußgängerbrücken mit dem Hauptbahnhof, dem Bahnhofskai sowie der Innenstadt verbunden. Doch der Zahn der Zeit nagte schon lange an dem Gebäude: Bröselnder Beton und rostige Stahlträger sorgten zusammen mit zugigen dunklen Ecken zuletzt für Unbehagen bei vielen Buspassagieren und Parkhaus-Nutzern. Bereits 2009 mussten große Teile des ZOB einem Hotelneubau weichen. Gleichzeitig begannen im Rathaus die Planungen, auch das übrige Areal neu zu gestalten. Während der Bauzeit können die Planer Überraschungen im Erdreich nicht ausschließen. Unter den einstigen Bushaltestellen liegt neben den Überresten einer alten Tankstelle auch ein ehemaliger Luftschutzbunker mit dicken Wänden aus Stahlbeton. Der Fund von Fliegerbomben, mit dem rund um die Förde immer zu rechnen ist, sei unter dem ZOB jedoch unwahrscheinlich, heißt es aus der Verwaltung. Der Grund: Das Areal war beim Bau des ZOB zu Beginn der 1970er Jahre bereits untersucht worden.

Im Zuge der Arbeiten ist seit Anfang dieser Woche eine Fahrspur der Auguste-Viktoria-Straße für den Autoverkehr gesperrt. Während der kommenden Wochen ist die Straße nur einseitig in Richtung Hauptbahnhof befahrbar. Das Parkhaus war aufgrund der Statik zuletzt nur noch eingeschränkt nutzbar und ist bereits seit Ende Dezember komplett geschlossen.

Die Stadt verweist Autofahrer nun auf nahegelegene Stellplätze im CAP, im Sophienhof und in der Tiefgarage unter dem Europaplatz. Zudem wurden bereits Ende Januar die Bushaltestellen des ZOB verlegt. Die Regional- und Fernbusse halten jetzt rund um den Bahnhof, an der Hauptpost sowie unter der Gablenzbrücke.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Anzeige
Mehr zum Artikel
ZOB in Kiel
Foto: Das neue Parkdeck des Kieler ZOB soll ab Mitte 2017 fertig sein.

Der Kompaktlader stellt sich auf die Hinterräder, als Torben Claußen am Steuer versucht, die Asphaltplatten herauszubrechen. Diese Arbeit gestaltet sich mühsamer, als geplant, weil die Schicht dicker ist, als angenommen. Aber der Abriss des ZOB schreitet voran.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr