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Aufmerksamkeit für Kinderrechte

Weltkindertag in Kiel Aufmerksamkeit für Kinderrechte

Keine Gewalt gegen Kinder! Mit bunten Plakaten und Transparenten zogen am Mittwoch zum Weltkindertag rund 1000 Menschen durch Wellingdorf, um unter dem Motto „Augen öffnen – Herz zeigen“ für Kinderrechte zu demonstrieren. Angeführt wurden sie von Schülern der Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule.

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Schüler, Lehrer, Eltern ließen Luftballons mit selbst formulierten Kinderrechten steigen.

Quelle: Fatima Krumm

Kiel. Lautes Trommeln der Sambatruppe begleitet den Umzug aus Schülern, Kindergartenkindern, Eltern, Lehrern und Mitarbeitern anderer Institutionen. Thorben und Adrian aus der neunten Klasse tragen ein großes Laken mit der Aufschrift „Kinder haben Rechte“. In einem Schulprojekt haben sie zuvor viel über Kinderrechte gelernt. „Am wichtigsten finden wir, dass Kinder nicht geschlagen werden. Und die Rechte sollten weltweit gelten“, sagen die 15-Jährigen.

Initiatorinnen der Demonstration sind zwei 13-jährige Mädchen. Vor einem Jahr hatten Angelina Steen und Laura Kramberg die Idee, sich für Kinderrechte einzusetzen. Mithilfe der Schulleitung, Sozialarbeitern und der Sozialdezernentin Renate Treutel stellten die Siebtklässlerinnen die Veranstaltung auf die Beine.

„Vor allem Erwachsene sollen eure Kinderrechte einlösen“, ruft Sozialdezernentin Treutel den Schülern und Eltern vom Balkon der Schule aus zu. „Und sie sollten endlich im Grundgesetz geschrieben werden!“ Zusammen mit den Initiatorinnen erinnert sie an das Recht auf Schulbesuch, auf Schutz vor Gewalt, auf Privatsphäre, auf Freizeit und auch auf beide Elternteile.

Voller Begeisterung für die Aktion ist auch Neslihan Aras. „Die Veranstaltung ist eine Chance, Aufmerksamkeit zu erregen. Vielleicht sind ja ein paar Eltern dadurch aufgewacht,“ sagt die Mutter einer Viertklässlerin. „Kinder kosten Zeit, Geld und vor allem Liebe. Das vergessen ganz viele“, mahnt sie an. Viele Eltern würden zu viel schimpfen, anstatt mal zu loben. Zudem sollten sie sich mehr Zeit nehmen, um mit ihren Kindern zu spielen.

Schulleiter Carsten Haack findet es großartig, dass der Kinderumzug so gut ankommt. „Am Anfang war ich etwas skeptisch, aber dann sind wir drauf eingestiegen und haben das Kollegium mobilisiert.“ Auch Stadtteilvertreter Daniel Pollmann, der ganz vorne mit marschierte, ist beeindruckt vom Engagement der Schülerinnen. „In diesem Alter so etwas zu organisieren. Diese Menschenmenge, das ist ein toller Anblick.“

Am Ende lassen die Teilnehmer rote Luftballons mit selbst formulierten Kinderrechten zum Himmel steigen. „Ich möchte, dass alle Kinder in die Schule gehen dürfen“, sagt Sidra und zeigt ihre Wunschkarte. Die elfjährige Syrerin kam vor einem Jahr nach Deutschland und lernt in einer Daz-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) der Theodor-Storm-Schule. In Syrien sei das längst nicht für alle Mädchen möglich.

Auch Angelina und Laura sind vollends zufrieden. „Wir sind begeistert, dass so viele mitgemacht haben. Dass unsere Idee so umgesetzt wird, hat uns überrascht“, sagen die 13-Jährigen und freuen sich, viel Aufmerksamkeit auf die Rechte aller Kinder gelenkt zu haben.

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Unicef-Gruppe
Ein gutes Team für Unicef sind (von links vorn) Birgit Bremer (Arbeitsgruppe Kiel), Klaus Röder, Ingrid Miertsch, Brunhild Dankmeyer, Heidi Broecker, Sabine Siemsen, Ulrike Abel und Elisabeth Wurm.

Vor zehn Jahren gründete sich die Eckernförder Unicef-Gruppe neu – mit offizieller Anerkennung von Unicef Deutschland. Viele Aktionen trugen dazu bei, dass insgesamt gut 80000 Euro ans Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen flossen, um Kindern in Entwicklungsländern eine Perspektive zu geben.

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