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War der Täter schuldunfähig?

Zwei Mädchen in Kiel missbraucht War der Täter schuldunfähig?

Der Fall hatte in Kiel Entsetzen ausgelöst: Binnen drei Wochen werden zwei kleine Mädchen sexuell missbraucht. Nun kommen die Fälle vor Gericht.

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Der Fall hatte in Kiel Entsetzen ausgelöst: Binnen drei Wochen werden zwei kleine Mädchen sexuell missbraucht. Nun kommen die Fälle vor Gericht.

Quelle: Arne Dedert (dpa/ Archiv)

Kiel. Ein halbes Jahr nach dem sexuellen Missbrauch von zwei kleinen Mädchen in Kiel muss sich der mutmaßliche Täter vor Gericht verantworten. Der 31 Jahre alte Mann soll sich im Januar an den beiden fünf und sieben Jahre alten Kindern im Stadtteil Gaarden vergangen haben.

Laut vorläufigem Gutachten gilt der Familienvater zur Tatzeit als schuldunfähig. Deshalb beantragt die Staatsanwaltschaft in dem am Mittwoch beginnenden Sicherungsverfahren vor dem Kieler Landgericht die dauerhafte Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie.

Im Zusammenhang mit den Taten war die Staatsanwaltschaft in die Kritik geraten. Denn nach der Vergewaltigung der Fünfjährigen Anfang Januar in ihrem Kindergarten sah sie keine rechtliche Grundlage für einen Haftbefehl, obwohl der Mann vor Ort vorläufig festgenommen worden war und wenig später unter dringendem Tatverdacht stand. Doch der 31-Jährige blieb auf freiem Fuß. Drei Wochen danach soll der mutmaßliche Täter die Siebenjährige vom Schulhof in seine Wohnung gelockt und sich schwer an ihr vergangen haben.

Die Mutter des Mannes hatte die Behörden vor ihrem Sohn gewarnt und gebeten, ihn einweisen zu lassen. Er ist mittlerweile in einer psychiatrischen Einrichtung in Neustadt (Kreis Ostholstein) untergebracht.

Für den Prozess hat die Jugendkammer 25 Zeugen geladen. Da der 31-Jährige bisher geschwiegen hat, müssen voraussichtlich auch die beiden Mädchen vor Gericht aussagen. Die Familien der Kinder sind Nebenkläger. Das Urteil könnte Ende Oktober verkündet werden.

dpa

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