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Widerstand gegen zweiten Weihnachtsmarkt

Ratsentscheidung am Donnerstag Widerstand gegen zweiten Weihnachtsmarkt

Ordentlich Gegenwind wehte Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) vom Ortsbeirat Mitte aufgrund des neuen Weihnachtsmarktes auf dem Rathausplatz ins Gesicht. „Das geht uns alles viel zu schnell“, lautete die einhellige Meinung der Mitglieder des Stadtteilgremiums. Der Rat entscheidet am Donnerstag.

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Ob es ab Ende des Jahres einen Weihnachtsmarkt auf dem Kieler Rathausplatz geben wird, stimmt am Donnerstag die Ratsversammlung ab. Der Ortsbeirat möchte den Start des neuen Marktes gerne auf 2017 verschieben.

Quelle: Katja Schweckendiek

Kiel. Deshalb stellten sie einstimmig den Antrag an die Verwaltung, mit dem Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz erst 2017 zu starten.

Wie berichtet, sind die privaten Veranstalter Grandezza Entertainment und Epa Events Promotion mit dem Vorschlag an die Verwaltung herangetreten, auf dem Rathausplatz einen neuen Weihnachtsmarkt in der Innenstadt zu etablieren. Dieser soll aus 60 Buden bestehen und unter dem Motto „Romantisch. Nordisch. Echt“ eine eher skandinavische Ausrichtung zeigen. Start des zweiten Weihnachtsmarktes in der Innenstadt soll bereits in der Vorweihnachtszeit dieses Jahres sein. Die Veranstalter würden die Buden dafür extra bauen lassen, wünschen sich für diese Investition jedoch in den ersten beiden Jahren eine Gebührenbefreiung von der Stadt. Der Wirtschaftsausschuss hat bereits kontrovers über die Idee diskutiert. Einen endgültigen Beschluss für oder gegen den Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz muss die Ratsversammlung in ihrer Sitzung am Donnerstag fassen.

Ortsbeirat votiert deutlich gegen den Markt

Die Mitglieder des Ortsbeirats Mitte gaben bereits ihr Votum ab: ein eindeutiges Nein für einen Start des neuen Marktes bereits in diesem Jahr. „Ich habe Bauchschmerzen wegen des gesamten Vorgehens und wegen der Geschwindigkeit“, erklärte Vorsitzender Thies Petersen (SPD). Weiter forderte er zunächst ein Gesamtkonzept für alle Kieler Weihnachtsmärkte: „Mögliche Gefahren sind besser abzuschätzen, wenn wir vorher Zahlen und Fakten kennen würden.“ Auch eine Gebührenbefreiung behagt dem Ortsbeiratsvorsitzenden nicht. Peter Bergien (CDU) zeigte sich ebenso unzufrieden: „Bevor das Thema in die Ausschüsse ging, hätte zuerst der Ortsbeirat befragt werden müssen.“ Außerdem führte er die Beschwerden des Beirats für Menschen mit Behinderungen ins Feld, der bemängelt hatte, dass der Rathausplatz nicht barrierefrei ist.

Die anwesenden Beschicker des traditionellen Weihnachtsmarktes auf dem Holstenplatz zeigten zwar wenig Angst vor möglicher Konkurrenz, aber auch sie wünschten sich ausreichend Zeit, um sich auf die neue Situation vorzubereiten. Hans-Peter Nissen vom Weihnachtsmarkt-Beirat bat um Chancengleichheit: „Bis 2017 könnten auch wir unseren Ständen ein neues Gesicht geben“, sagte er. „Wenn der neue Markt dann erst startet, hätten wir einen Beginn mit gleichen Voraussetzungen.“

Todeskino kann Argumente nicht nachvollziehen

Todeskino versprach, dass es ein Konzept für die Kieler Weihnachtsmärkte auf alle Fälle zeitnah geben werde. Eine Verschiebung für den Start des Weihnachtsmarktes auf 2017 schloss er völlig aus: „Da geht der Investor nicht mit!“ Und auch die anderen Argumente des Ortsbeirats konnte er nicht nachvollziehen. „Die Schausteller werden nicht unter dem neuen Markt leiden. Wir hätten die Vorlage gar nicht auf den Weg gebracht, wenn wir nicht vorher mit ihnen darüber gesprochen hätten.“ Der Rathausplatz könne „nicht mal eben“ barrierefrei gestaltet werden. „Wenn das gegen den Weihnachtsmarkt spricht, müssen wir den Internationalen Markt dort an der Kieler Woche auch weglassen“, wetterte Todeskino und forderte „eine gewisse Risikobereitschaft“ von allen Beteiligten.

Von Katja Schweckendiek

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Rathausplatz
Foto: „Romantisch.Nordisch.Echt.“ soll das Motto des Weihnachtsmarktes auf dem Rathausplatz lauten.

Wird es in Kiel ab nächstem Advent gleich zwei Weihnachtsmärkte geben? Dem Wirtschaftsausschuss liegt eine Beschlussvorlage vor, wonach die Stadt eine Veranstalterin in dem Plan unterstützt, „auf eigene Kosten und Rechnung“ von 2016 bis 2021 einen zusätzlichen Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz und in der Fleethörn zu gestalten.

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