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„Da ist noch Luft nach oben“

Mach Mittag „Da ist noch Luft nach oben“

20 Männer stehen in der Küche und kochen. „Geht das gut?“, werden sich viele fragen. Frank Bremer und die anderen Männer vom Verein „Leider Lecker Kiel“ waren sich zunächst auch nicht ganz sicher, als sie den Charity-Abend zugunsten der Aktion „Mach Mittag“ am Sonnabend starteten.

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Der Kieler Männer-Kochklub „Leider Lecker“ kochte am Sonnabend im Güterbahnhof für 154 Gäste, in der Mehrzahl Kieler Unternehmer.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Doch den 154 Gästen im Güterbahnhof schmeckte es. Die Idee für einen Männerkochclub hatte der Vorsitzende Felix Harms im Frühjahr bei einem Fußballspiel. „Wir haben uns erst nur im privaten Rahmen getroffen und gekocht“, sagt Bremer. Doch unter der fachmännischen Leitung des Gastronomen Lars Farien vom Güterbahnhof gelang beim ersten öffentlichen Kochen dann nicht nur ein leckeres Menü. Es kamen auch 7700 Euro für die Aktion „Mach Mittag“ zusammen.

 Wie der Männerkochverein engagieren sich inzwischen viele verschiedene Gruppen für die Mittagsmahl-Kampagne der Stiftung „Bildung macht stark“. Mit der Aktion soll bedürftigen Grundschulkindern in Kiel eine warme Mahlzeit am Tag beschert werden. In die Offensive gegangen ist die Stiftung mit Plakaten und symbolischen gelben Löffeln im Juni 2015. Ende 2017 läuft das Projekt aus. Zeit für eine Zwischenbilanz.

 „Wir sind sehr zufrieden. Der Zuspruch und die Unterstützung sind groß“, sind sich die ehemalige Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz und Jan Murmann einig. Sie riefen die Mittags-Kampagne gemeinsam ins Leben. Murmanns Vater, der Unternehmer Klaus Murmann, hat bereits 2008 den Grundstein für die städtische Stiftung gelegt: 2,5 Millionen Euro hat die Familie investiert, um sozial schwache Kinder in Kiel zu unterstützen. Offiziell gegründet wurde die Stiftung dann 2011. Damals gab es noch keine Bundeszuschüsse für das warme Essen. Mit dem Bildungspaket konnte der von den Eltern zu tragende Eigenanteil pro Schultag auf einen Euro gesenkt werden. Aber auch diesen können nicht alle aufbringen: „Zwei Drittel der Grundschüler in Gaarden und Mettenhof sind bedürftig und brauchen Unterstützung“, erklärt Murmann. Bei rund 2300 Kindern sind das 500000 Euro, die im Jahr benötigt werden.

 „Den Betrag haben wir bislang leider noch nicht erreicht, seit Juni 2015 sind rund 200000 Euro zusammen gekommen, 40000 davon allein in den letzten beiden Monaten“, sagt Volquartz. Das sei eine stattliche Summe, aber reiche noch nicht aus, um alle Kinder versorgen zu können. „Da ist noch Luft nach oben.“ An dieser Stelle, sind sich die beiden Organisatoren sicher, sei die Stadt, das Land und der Bund gefragt. „Wir müssen unseren Kindern die Voraussetzungen schaffen, damit sie vernünftig lernen können. Hunger ist da kein guter Begleiter“, sagt Murmann.

 Getan hat sich seit Beginn der Kampagne so einiges. 70 Spendendosen stehen mittlerweile im gesamten Stadtgebiet verteilt, rund 20 Unternehmen haben „Mach Mittag“ mit großen Spenden bedacht und etwa 150 Privatpersonen überweisen Gelder, die sie auf privaten Feten gesammelt haben, oder von ihrem Gehalt abzweigen können. 30 Bürger sind Dauer-Überweiser, die einen monatlichen Festbetrag zwischen 5 und 150 Euro spenden.

 Und die Bereitschaft reißt nicht ab. Auch im November stehen einige Benefiz-Events an, darunter ein Adventsflohmarkt am Sonntag, 27. November, von 9 bis 15 Uhr in der Mensa I der Uni Kiel am Westring 385. Die Tischmiete von 15 Euro pro Stand fließt in die Kampagne. Auch die Einnahmen der Sportlerpaddy am 18. November ab 22 Uhr in der Mensa II fließen in die Mahlzeiten für Kinder in Not.

In zwei Monaten mehr als 40000 Euro

6000 Euro von

einem Benefiz-Essen der Soroptimisten in Bissee

2000 Euro von der Förde Sparkasse

4600 Euro bei einem

Kochevent im Sophienhof

5000 Euro von

einem privaten Geburtstag

3020 Euro von

Immobilienmakler

Jan Christoph Kersig

20000 Euro von

einer privaten Stifterin

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