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Raum und Zeit für die Kreativen

Alte MU Raum und Zeit für die Kreativen

Die Entwicklung kreativer Ideen auf dem Gelände der ehemaligen Muthesius-Kunsthochschule am Lorentzendamm kann erst einmal weitergehen. Vertreter von Stadt, Hochschule und Wissenschaftsministerium einigten sich auf eine Zwischenlösung für das Areal.

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In den ehemaligen Gebäuden der Muthesius-Kunsthochschule bleibt die Kreativität erhalten. Dafür macht sich der Verein Alte Mu stark, hier von links Felix Wenning, Miriam Hansen, Sarah Klawonn, Anne-Lena Cordts, Gazi Sikican und Robin Koerth auf einem Beteiligungsmodell der Bürgerwerkstatt von Michael Päpke.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Danach will das Land als Eigentümer der Immobilie mit dem Verein „Alte Mu Impulswerk“ einen Mietvertrag mit kurzfristiger Kündigungszeit von voraussichtlich 14 Tagen abschließen.

„Dies ermöglicht den Initiativen und Projektgruppen jetzt eine gewisse Planungssicherheit“, bestätigte Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer auf Nachfrage die am vergangenen Wochenende erzielte Einigung. Damit folgt das Land auch einer Forderung der Kieler Grünen. In einem mit breiter Mehrheit verabschiedeten Antrag hatte die Kreispartei das Land sowie die Stadt Ende Januar aufgefordert, den an der Alten Mu aktiven Kreativgruppen bis zum Verkauf des Geländes eine Zwischennutzung zuzusichern.

Zwischenlösung

Gleichwohl räumte Fischer ein, dass der Mietvertrag nur als eine Art Zwischenlösung gelten könne. Denn auch die Stadt habe ein berechtigtes Interesse an der Nutzung des Geländes. Wie berichtet, prüft die Verwaltung derzeit, ob sich Räume im sogenannten Turm der Alten Mu für die Unterbringung von Schülern des Regionalen Berufsbildungszentrums 1 (RBZ) eignen. Diese Prüfung ist nach Mitteilung der Stadt nach wie vor noch nicht abgeschlossen.

„So lange die Stadt aber keine konkreten Vorstellungen entwickelt, sollte der Verein seine Vorstellungen zur Weiterentwicklung des Geländes vorantreiben können“, betont Fischer. Bis entsprechende Bauanträge gestellt würden, könnten ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Im Verein „Alte Mu Impulswerk“ löst der Vorschlag Freude aus. „Es ist schön, dass wir jetzt Sicherheit haben, um weitermachen zu können“, erklärt Vorstandsmitglied Felix Wenning. Das nächste Ziel sei nun, eine Genossenschaft zu gründen.

Genossenschaft

Wie berichtet, hat der Verein einen Flyer herausgegeben (Auflage: 20000), der auch über Aufbau und Finanzierung einer solchen Genossenschaft informiert. Bereits eingerichtet ist dazu ein Treuhandkonto, das später als finanzieller Grundstock für dieses Genossenschaftsmodell zum möglichen Kauf der Immobilie dienen soll. Doch bis die entsprechenden Anteile zum voraussichtlichen Stückpreis von 500 Euro ausgegeben werden, müssten die rechtlichen Voraussetzungen dafür von Experten noch gründlich geprüft werden.

Ein Verkauf des Geländes ist nach Fischers Angaben mit der jetzt geschlossenen Mietvereinbarung aber nicht vom Tisch. Sollte die Stadt Interesse an einem Ankauf haben, müsse sie aber erst einen entsprechenden Bauantrag vorlegen.  „Doch auch der Verein könnte die Zeit als Mieter nutzen, um sich als Käufer ins Gespräch zu bringen.“

Die kurze Kündigungsfrist im Mietvertrag bildet aus Sicht des Staatssekretärs für den Verein aber keinen zwangsläufigen Nachteil. Denn die Vereinbarung beinhalte auch einen Passus, der die weitere Nutzung des Areals trotz einer kurzfristig möglichen Kündigung sicherstellen kann. Danach soll die Stadt als neuer Vertragspartner des Landes das Alte-Mu-Gelände an den Verein untervermieten. Wie die Verwaltung sich zu diesen Plänen positioniert, war am Montag nicht in Erfahrung zu bringen. Auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher lediglich: Bei der Alten Mu gebe es „keinen neuen Stand“, die Prüfung als Ausweichquartier für das RBZ 1 laufe noch.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Lange befanden sich die Vereine und Projekte, die sich in der ehemaligen Muthesius Kunsthochschule am Lorentzendamm 8, kurz Alte MU, niedergelassen haben, in einem Graubereich. Die weiteren Nutzungsbedingungen waren ungeklärt. Inzwischen steht aber fest: Die Alte MU darf bestehen bleiben.

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