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Der Fischer aus Heikendorf und seine Mine

Explosiver Fund Der Fischer aus Heikendorf und seine Mine

Schrecksekunde in der Kieler Bucht. Bei einer Fangfahrt zog die Besatzung des Heikendorfer Fischkutters „Maria“ gestern eine Mine aus dem Zweiten Weltkrieg aus dem Wasser. Kapitän Konrad Fischer alarmierte sofort die Wasserschutzpolizei Kiel. Die Polizisten wiederum zogen den Kampfmittelräumdienst hinzu.

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 Vor zwei Jahren fand Konrad Fischer eine 100 Jahre alte Flaschenpost, jetzt hatte er eine explosivere Ladung im Netz.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Mit dem Streifenboot „Stör“ wurde das Team gegen 17 Uhr zum Kutter „Maria“ gebracht. Nach kurzer Befundung an Deck stand für das Team fest: Es handelte sich tatsächlich um eine mit Sprengstoff gefüllte Seemine. Der Zünder war nach ersten Erkenntnissen aber nicht mehr funktionstüchtig. Da die große Menge Sprengstoff im Wasser besser aufgehoben ist, wurde die Mine durch die Experten an einer Stelle in der Kieler Bucht versenkt und mit einer Markierung versehen. „Am Montag wird der Kampfmittelräumdienst wieder zu der Mine fahren und die Mine unschädlich machen“, teilte die Wasserschutzpolizei auf Anfrage mit.

Der Fischer ist zerknirscht. „Für mich ist es unverständlich, warum da draußen immer noch so viel Zeug rumliegt“, schimpft Konrad Fischer. Der Fischer büßte durch die Mine sein Netz ein, dass bei der Aktion beschädigt wurde. „Den Schaden zahlt mir natürlich keiner“, fluchte Fischer. Für den Heikendorfer ist es nicht der erste spektakuläre Fang. 2014 fand Konrad Fischer nahe des Leuchtturms eine 100 Jahre alte Flaschenpost. Im April vorigen Jahres barg er zusammen mit einem Kollegen einen über 200 Jahre alten Stockanker.

In der Kieler Bucht und der Innenförde werden noch tausende Minen, Bomben und andere Munitionsteile aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Erst Ende Januar hatten der  Minenjäger „Dillingen“ (Deutschland) und „Ramsey“ (Großbritannien) zwei Tage nach Minen in zwei Gebieten gesucht.  Dabei wurden 68 minenähnliche Gegenstände auf nur neun Quadratkilometern Meeresgrund geortet. Die Identifizierung und Beseitigung dieser Kontakte soll der Kampfmittelräumdienst in den kommenden Monaten vornehmen. Die Suche und Beseitigung von Minen wird möglicherweise noch Jahrzehnte dauern.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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