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„Ich bin eine kleine Diva am Grill“

yooweedoo Ideenwettbewerb „Ich bin eine kleine Diva am Grill“

Beim yooweedoo Ideenwettbewerb werden innovativen Ideen ausgezeichnet. Die „Røstprinzessin“ ist ein lokaler Preisträger, der sein Projekt - fleischlose Grillprodukte - mit einem Preisgeld von 2000 Euro vorantreiben kann.

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Alex Kurzhöfer (links) und Tom Riedel wollen in Kiel bleiben und zeigen, dass auch mit einem kleinen Startkapital hier viel möglich ist.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Gesellschaftliche Herausforderungen unternehmerisch lösen, Strukturen aufbauen und über die sechsmonatige Projektphase einen gesellschaftlichen Nutzen erzielen – jedes Jahr prämiert der yooweedoo Ideenwettbewerb verschiedene Projekte, die sich mit innovativen Ideen für eine ökologische, soziale und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft einsetzen. Die „Røstprinzessin“ ist ein lokaler Preisträger, der sein Projekt mit einem Preisgeld von 2000 Euro vorantreiben kann.

 Bei Tom Riedel (36) und Alexander Kurzhöfer (36) hat alles mit einem Lastenfahrrad in einem Hinterhof in der Hasselmannstraße begonnen. Riedel suchte und fand hier einen Platz, um an seinem fahrbaren Untersatz herumschrauben zu können. Kurzhöfer wohnt in dem anliegenden Haus und beobachtete die handwerklichen Bemühungen. Heute sind der Physiotherapeut und der selbstständige Grafikdesigner und Werbetexter Freunde und haben ein gemeinsames Projekt: Als „Røstprinzessin“ bieten sie fleischlose Grillprodukte an.

 Warum dieser Name? „Ich bin eine kleine Diva am Grill“, erklärt Riedel mit einem Augenzwinkern. Er hätte sich immer schon bei gemeinsamen Treffen mit Freunden für den Grill verantwortlich gefühlt. Der Name habe sich so verselbstständigt, sagt er. Vor zwei Jahren fing Riedel an, seine eigenen fleischlosen Produkte herzustellen. Mit einer Wurstpresse und anderem Equipment ging es ans Ausprobieren. „Da hat sich gezeigt, dass die Wurst auch eine Diva ist“, erzählt Riedel und lacht. Mit der Zeit erweiterte sich die hauseigene Produktpalette – und sie gefiel. „Selbst befreundete Vegetarier konnten nicht glauben, dass sie gerade kein Fleisch essen“, sagt Riedel. Die Idee, das Lastenfahrrad mit dem kulinarischen Hobby zu einem mobilen Grill-Imbiss zu kombinieren, kam im April des vergangenen Jahres auf. Mittlerweile sind auch die bürokratischen Hürden, zum Beispiel die Abnahme durch das Veterinäramt, genommen.

 Das Lager für die selbstgemachten Waren haben die beiden vor Kurzem nach den vorgegeben Hygiene-Standards umgebaut. Nun suchen sie noch eine Küche in der Gastronomie, um ihre Produktsorten weiter erproben zu können. „Wir wollen Leerzeiten nur stundenweise und in einem überschaubaren Rahmen nutzen. Wir können auch vor Ort unterstützen und wollen kein Konkurrenzprojekt sein“, betont Riedel. Bekannt ist ihr Angebot in Kiel bereits. „Bei Facebook verfolgen uns viele. Wir werden vielleicht darüber eine Broschüre machen, was wir tun und was in unseren Produkten enthalten ist“, sagt Kurzhöfer. Wichtig ist beiden, dass es ein Hinterhofprojekt bleibt. „Wir wollen in Kiel bleiben und zeigen, dass auch mit einem kleinen Startkapital hier viel möglich ist und man was auf die Beine stellen kann“, erläutert Kurzhöfer.

 Die beiden verstehen sich als Netzwerker. Das auffällige Lastenfahrrad hilft häufig dabei, Aufmerksamkeit zu erzeugen und ins Gespräch zu kommen. Gerne kommen die beiden auf Einladung zu Veranstaltungen, auch wenn es ein kleines Gartenfest ist, und bauen dort ihre Grillstation auf. Eines ist Riedel und Kurzhöfer bei ihrem nachhaltigen Projekt besonders wichtig: „Alle können bei uns essen. Ohne Geschmack zu verlieren und ohne erhobenen Zeigefinger“, betont Riedel.

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Ein Artikel von
Florian Sötje
Volontär

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