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10978 Neumünsteraner überschuldet

Unrühmlicher erster Platz 10978 Neumünsteraner überschuldet

Schuldnerhochburg des Landes bleibt auch 2015 Neumünster. Das macht der regionale Schuldner-Atlas der Creditreform deutlich, der am Donnerstag vorgestellt wurde. Zum Stichtag 1. Oktober 2015 waren hier insgesamt 10978 Einwohner über 18 Jahren überschuldet.

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Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung der Creditreform (links), und Geschäftsführender Gesellschafter Sven Torben Hanisch stellten den Schuldner-Atlas vor.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Gegenüber dem Vorjahr (2014 waren es 10857) ist das ein Anstieg um 1,1 Prozent beziehungsweise 121 Personen. Das ist eher marginal, sagte Michael Bretz, Leiter der Wirtschaftsforschung bei der Creditreform. „Es tut sich wenig. Doch das ist prekär, weil Neumünster in Schleswig-Holstein und Deutschland an der Spitze steht.“ Im Land auf dem unrühmlichen Platz 1, im Deutschlandvergleich auf Platz 6.

 Den Landesdurchschnitt der Schuldnerquote gibt die Creditreform mit 10,77 Prozent an, Neumünster toppt das mit 17,09 Prozent. Einen hinteren Platz in der Tabelle nimmt der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit 8,99 Prozent ein, der Kreis Segeberg ist nicht viel schlechter mit 9,68 Prozent.

 Schulden haben viele, die zum Beispiel ein Haus gebaut oder ein Auto geleast haben. Überschuldet dagegen bedeutet, dass man für seine Schulden nicht mehr einstehen kann. In Neumünster sind sechs von zehn Überschuldeten (59,5 Prozent) hart überschuldet. Übersetzt heißt das: gerichtliche Einträge oder Eintragungen in Schuldnerverzeichnissen. Die Zahl erhöhte sich um ein Prozent auf 6532 Personen. Aber auch diejenigen mit „weichen Überschuldungsmerkmalen“ (von drei unterschiedlichen Gläubigern müssen je drei Mahnungen geschrieben sein) sind mehr geworden.

 Die Schuldnerdichte ist in Neumünster sehr unterschiedlich über das Stadtgebiet verteilt. Am geringsten ist die Quote in Gadeland, Ruthenberg, Stör und Wittorf (Postleitzahlengebiet 24539) mit 9,75 Prozent. Die höchste private Überschuldung verzeichnet die Innenstadt (24534) mit einer Quote von 32,42 Prozent. Also fast jeder Dritte steht hier heftig in der Kreide.

 Die Stadt entwickelt sich, die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosenquote sinkt. Warum die Schuldnerquote in Neumünster so hoch ist, „können wir nicht erklären“, sagte Sven Torben Hanisch, Geschäftsführender Gesellschafter der Creditreform Neumünster. Laut Schuldner-Atlas gibt es allerdings viele Gründe für Überschuldung. Neben Arbeitslosigkeit stehen Scheidung, Erkrankungen, unwirtschaftliche Haushaltsführungen oder die gescheiterte Selbständigkeit ganz oben. Die Höhe der Schulden bei jedem einzelnen beträgt deutschlandweit im Durchschnitt satte 34000 Euro.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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