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Ehrenvorsitzender der CDU ehrte die SPD

150 Jahre SPD NMS Ehrenvorsitzender der CDU ehrte die SPD

Zu einer denkwürdigen Geburtstagsfeier gehören Laudatoren: Anlässlich des 150-jährigen Bestehens des SPD-Kreisverbands Neumünster war der Ehrenvorsitzende des CDU-Kreisverbands, Herbert Möller, in die Holstenhallen eingeladen worden, mit der Bitte, eine kritisch-freundliche Rede zu halten.

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Bei der Feier anlässlich des 150. Gründungsjahrs des SPD-Kreisverbands Neumünster ehrte Ministerpräsident Torsten Albig (Mitte) im Beisein der Neumünsteraner Landtagsabgeordneten Kirsten Eickhoff-Weber Ex-Landesminister Uwe Döring für 50 Jahre Parteizugehörigkeit.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Wer denn außer Möller, mittlerweile 93 Jahre alt, als jahrzehntelanges Mitglied der Ratsversammlung sowie Fraktionsvorsitzender seiner Partei und politischer Gegenspieler der SPD, hätte besser über die Historie der SPD in Neumünster einen Rückblick geben können.

„Ich bin sehr berührt über diese Einladung und freue mich über die Anerkennung und Wertschätzung, die der SPD-Kreisverband mir damit ausspricht“, eröffnete Möller am vergangenen Freitag vor rund 300 geladenen Gästen im neuen Foyer der Holstenhallen seine Festrede. Schon sehr früh noch als Kriegsgefangener der Engländer habe er als „Zuschauer“ den Beginn der kommunalpolitischen Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Neumünster verfolgt.

Später der CDU beigetreten, wurde Möller als Ratsherr und Fraktionsvorsitzender ein ungeliebter Gegenspieler der SPD-Fraktion und auch einiger der Oberbürgermeister, die allesamt das rote Parteibuch in der Tasche hatten. Doch Möller sparte in seiner Rede nicht mit Lob. So bezeichnete er es als Glücksgriff für Neumünster, dass die Ratsversammlung mit den Stimmen der CDU 1969 Uwe Harder (SPD) zum Oberbürgermeister gewählt hatte.

"Über die Parteigrenzen hinaus"

Harders Nachfolger Franz-Josef Pröpper ebenfalls SPD (1988 - 1991) kam nicht so gut dabei weg. „Pröpper war ein Kuckucksei. Gemeinsam mit der SPD haben wir das Ei nach drei Jahren entsorgt“, berichtete Möller. Trotz aller politischen Streitigkeiten sei es früher kein Glaubensbekenntnis gewesen, nach den Redeschlachten im Rathaus im Ratskeller zusammen ein Bier zu trinken. „Wir haben über die Parteigrenzen hinaus bewiesen, dass wir gemeinsam Politik zum Wohle der Stadt betrieben haben und heute noch betreiben“, endeten Möllers Geburtstagsgrüße. 

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), der für den Noch-Bundesvorsitzenden seiner Partei, Sigmar Gabriel, eingesprungen war, dankte Herbert Möller für seine denkwürdige Rede. „Ich würde mir wünschen, wenn die CDU 2089 ihren 150. Geburtstag feiert, dass ein SPD-Politiker eine ähnlich aufrichtige und wertschätzende Rede hält.“ Zum Abschluss der Feier wurden Ex-Landesminister Uwe Döring für 50 Jahre Parteizugehörigkeit und Karsten Schröder sowie Werner Didwischus für 40 Jahre vom Ministerpräsidenten geehrt.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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