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Tanzstudio durfte Museum sein

Neumünster Tanzstudio durfte Museum sein

Die 9. Museumsnacht in Neumünster war bei Kunstfreunden und Partygängern der Renner. Nicht nur im Museum, auch in Galerien und dem Tanzstudio Prasse wurde am Sonnabend bis in die späte Nacht Kunst und Event geboten. Hunderte Nachtschwärmer waren zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Shuttlebus unterwegs

Die Neumünsteraner Malerin Heidrun Rehder stellte ihre Werke in der Hoszpizinitiative an der Moltkestraße vor.

Quelle: Leng

Neumünster. Würden die Macher der Neumünsteraner Museumsnacht das Wort „Museum“ in seiner strengen Bedeutung auslegen, gäbe es nur einen Anlaufpunkt in der Stadt. Außer dem Museum Tuch + Technik gibt es in Neumünster keine musealen Einrichtungen. Also was tun? Ganz einfach: Gastronomische Betriebe, Tanzpaläste, kleine Galerien und weitere interessante Liegenschaften werden für eine Nacht zu Museen erhoben, in denen Künstler aus nah und fern ihre Werke präsentieren. So standen bei der nunmehr neunten Auflage an zwölf Stationen die Türen für die Kunstbummler offen, die dort nicht nur erstaunliche Einblicke in das Schaffen von Malern, Keramikern und Fotografen erhielten, sondern überall mit Mini-Konzerten sowie Speis und Getränk erfreut wurden.

 Erstmals dabei war auch das Tanzstudio Prasse an der Rendsburger Straße. Dort im großen Tanzsaal hatte der Kunstverein Art & Vielfalt eine Kunstausstellung organisiert. Dabei war auch Nicole Leidenfort, deren Gemälde Blaues Pferd im vergangenen Jahr bei dem Besuch von Queen Elizabeth II für medialen Aufruhr sorgte. Bundespräsident Joachim Gauck hatte es als Gastgeschenk an das gekrönte Haupt überreicht. Allerdings wurde das Gemälde von der Presse als „Kindergemälde“ verspottet. „Ich bin der Einladung gerne gefolgt, da es hier in Schleswig-Holstein einen sehr guten Markt für Gemälde gibt“, erklärte Leidenfort während die Kunstinteressierten ihre blauen Bilder unter die Lupe nahmen. Tanzlehrerin Birgit Prasse nutzte den Abend, um mit anmutigen Tänzen ihrer besten Tanzpaare Eigenwerbung zu betreiben.

 Zu den außergewöhnlichen Orten der Museumsnacht gehörte auch das Gebäude der Hospizinitiative. Dort stellte die in Einfeld lebende Malerin Heidrun Rehder aus. Ein eigens für diesen Ort angefertigtes Gemälde, das einen großen Flügel zeigt, bleibt als Gastgeschenk der Hospizinitiative erhalten.

 Als Zentrum der Musemsnacht hatte sich wieder die Holstenstraße gemausert. Im Weltladen wurden nicht nur Kunst beäugt, sondern auch fair gehandelten Waren. Im Werksalon Ennemes zogen Gemälde von Manuela Rathje die Blicke an. In der Galerie Dekorat startete schließlich mit den Acoustic Gentlemen die Museumsnacht-Party.