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Maßarbeit und nächtlicher Kraftakt

A7 bei Neumünster Maßarbeit und nächtlicher Kraftakt

Autofahrer, die die Brücke Prehnsfelder Weg über die A7 bei Neumünster gerne wieder nutzen würden, müssen sich bis voraussichtlich Ende Mai gedulden. Erst dann soll der Neubau der Brücke für den Verkehr freigegeben werden.

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„Geschafft“: Der erste von sieben mächtigen Stahlträgern des Traggerüstes der neuen Brücke Prehnsfelder Weg über die A7 hängt am Ausleger eines Autokrans.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. In der Nacht zum Sonntag wurde das aus mächtigen Stahlträgern bestehende Traggerüst demontiert. Dafür musste die A7 zwischen den Anschlussstellen Neumünster-Nord und Neumünster-Mitte zwölf Stunden für den Verkehr komplett gesperrt werden.

 Es ist kurz vor 20 Uhr. Noch rauscht der Verkehr auf der A7 unter dem eingeschalten Brückenneubau in beide Richtungen hindurch. An der nur wenige hundert Meter entfernten Raststätte Aalbek inspiziert Maschinenführer Peter Klogel seine mächtige Nut-Fräse und bereitet sie für den nächtlichen Einsatz vor. „Sobald die Autobahn gesperrt ist, werde ich im Brückenbereich längs der westlichen fertigen Betonfahrbahn noch Reste des alten Asphaltbelags entfernen“, berichtet Klogel.

 Währenddessen bespricht Ingenieur Walter Klingenberg an der holzverschalten Neubaubrücke nochmals den Ablauf für die Demontage der sieben mächtigen Stahlträger, die unterhalb der fertig geschütteten und ausgehärteten rund 40 Meter langen Betonkonstruktion das Traggerüst auf der östlichen Seite bilden. „Achtet bitte darauf, dass sich beim Herausziehen der einzelnen Träger mit den Seilwinden keiner verkantet“, ermahnt der erfahrene Brückenbauer sein sechsköpfiges Team. Verkehrskoordinator Peter Schreiber vom Baukonsortium Via Solutions Nord ist mittlerweile auch eingetroffen. „Wir werden in einer Viertelstunde die Trasse für den Verkehr sperren“, kündigt er an. Kurz nach 21 Uhr ist es soweit. Nur noch Werksautos mit gelben Blinklichtern fahren den Streckenabschnitt zur Kontrolle ab. In Windeseile werden die Leitplanken im Bereich der Brücke demontiert. Mittlerweile ist ein schwerer Autokran von seinem Fahrer auf der südlichen Seite des Neubaus in Stellung gebracht worden. Kaum sind die Leitplanken verschwunden, kommt Peter Klogel mit seiner Nut-Fräse und fräst was das Zeug hält. Die Brücke verschwindet kurzfristig in einer dicken Staubwolke. „Eine Vollsperrung wird gerne genutzt, um andere Arbeiten, die bei laufendem Verkehr nicht erledigt werden können, parallel abzuarbeiten“, berichtet Schreiber.

 Dann startet die Demontage des Traggerüstes. Dieses und die Brücke lagern jeweils auf mächtigen Hydraulikpressen. „Um die Träger herausziehen zu können, haben wir das Gerüst um zehn Zentimeter abgesenkt“, erklärt Brückenbauer Klingenberg. Zwei seiner Mitarbeiter lösen derweil Stahltrossen, die die Träger fixiert haben. Und dann geht es schnell: Nach wenigen Minuten schwebt der erste Träger an mächtigen Ketten am Kranausleger und wird auf der westlichen Fahrbahn abgelegt. Erst voraussichtlich Ende Mai werde die Brücke für den Verkehr freigegeben, kündigt Koordinator Schreiber an. Die Verzögerung von fast fünf Monaten begründet er mit notwendigen Umplanungen.

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