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Elf Stunden für den Brückenabriss

A7 bei Neumünster Elf Stunden für den Brückenabriss

Trotz Vollsperrung der Autobahn 7 bei Neumünster gab es kaum Verkehrsbehinderungen. Eine Brücke musste in der Nacht zum Sonntag für den Ausbau der A7 abgerissen werden.

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Die Brücke ist weg, die A7 bei Neumünster wieder befahrbar.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Elf Stunden für den Abriss

Autobahn 7 war für Rückbau einer Brücke in Höhe Neumünster voll gesperrt – Ablauf minutiös durchgeplant

Solche Momente sind selten: Komplett gesperrt wurde die A7 in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen den Anschlussstellen Neumünster-Mitte und Neumünster-Nord. Der Grund: Eine Brücke über die Autobahn westlich des Neumünsteraner Stadtgebietes wurde im Rahmen des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn abgerissen.

„Die vor rund 40 Jahren gebaute Brücke, die als Wirtschaftsweg zwischen Neumünster und Wasbek ausgewiesen war, ist zu kurz und muss durch eine längere ersetzt werden“, erläutert Peter Schreiber von der Arbeitsgemeinschaft A7. Es ist kurz nach 22 Uhr. Die Autobahn ist seit wenigen Minuten in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Der Ingenieur steht neben seinem Einsatzwagen und zieht nervös an einer Zigarette. „Die Sperrung der Autobahn muss in elf Stunden wieder aufgehoben werden. Wir haben von den Vorbereitungen des Abrisses bis zum Aufräumen des Baufelds nur dieses Zeitfenster zur Verfügung. Das ist eine sportliche Herausforderung, die wir aber schaffen werden“, ist sich Schreiber sicher.

Der Ingenieur kennt seine Baustellen auf der A7 in- und auswendig. Schreiber ist der Koordinator des Ausbaus der Autobahn zwischen dem Hamburger Dreieck Nord-West und dem Bordesholmer Kreuz. Er ist seit dem Beginn der Arbeiten im Oktober des vergangenen Jahres bereits über 31000 Kilometer längs der Ausbaustrecke rauf und runter gefahren. Der Brückenabriss ist wie die Choreographie eines Balletts minutiös einstudiert. Vier große Lichtmasten beleuchten die Brücke und das Bauumfeld. Von rund 100 neugierigen Zaungästen beäugt, beißt sich ein Bagger mit seiner Schaufel durch das Brückenlager auf der östlichen Seite. Gleichzeitig ist ein Arbeitstrupp bemüht, die Leitplanken zu entfernen, damit ein weiterer Bagger auf die Fahrbahn der Autobahn eine schützende Sandschicht auftragen kann. „Dadurch verhindern wir, dass herabstürzende Trümmer die Fahrbahn beschädigen“, erklärt Schreiber das Prozedere.

Kaum ist das erledigt, wird es laut: Die Maschinenführer von zwei riesigen Abrissbaggern starten die Motoren und rücken der Brücke zu Leibe. Der eine Bagger beißt sich mit seiner hydraulischen Schneidezange wie Butter durch den Stahlbeton. Das schwere Gerät weckt aufgrund seiner Optik wilde Assoziationen. „Die Zange sieht aus wie der mächtige Kopf eines Tyrannosaurus Rex aus dem Jurassic Park“, witzelt Peter Schreiber. Während „Tyrannos“ mühelos Stahlstreben im Beton zertrennt, macht der ebenfalls hydraulisch gesteuerte „Riesenmeißel“ die Brücke mit einem ohrenbetäubenden Getöse an anderer Stelle mürbe. Gegen 2 Uhr ist es dann so weit: Die letzten Reste der Brücke fallen in sich zusammen. Jetzt heißt es schnellstmöglich aufräumen. Die rund 800 Tonnen Bauschutt werden auf der seit April gesperrten westlichen Fahrbahn zu einem großen Berg zusammengeschoben, die Sanddecke von der östlichen Fahrbahn entfernt.

Mit einer Kehrmaschine erfolgt die Endreinigung und die Leitplanken werden wieder aufgestellt. Es ist eine Punktlandung: Um 9 Uhr wird die Sperrung der A7 wieder aufgehoben.

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