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Von Anfeindungen bis Zusammenarbeit

Tierauffangstelle Neumünster Von Anfeindungen bis Zusammenarbeit

Eigentlich geht es ihnen allen um die Tiere. Spätestens seit Schließung der Tierauffangstelle durch die Stadt im vergangenen Sommer ist Tierschutz in Neumünster zum hochsensiblen Thema geworden. Dann gab es persönliche Anfeindungen und Konkurrenzdenken.

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Die Homepage des Vereins "Gestrandete Pfötchen" ist unter www.tierheim-wasbek.de zu erreichen.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Der Tierschutzverein möchte die Tierauffangstelle gerne wieder öffnen. Fundtiere werden zurzeit vom Kieler Tierheim Uhlenkrog aufgenommen, die Stadt steht derweil mit Tierparkvereinigung und dem Verein „Gestrandete Pfötchen“ in Gesprächen. Die „Pfötchen“ arbeiten mit Hochdruck an der Eröffnung des Tierheims in Wasbek, und der Verein Tierhilfe ist engagiert in Sachen Katzen unterwegs. Jeder arbeitet vor sich hin, und plötzlich flammte neuer Ärger auf: im Internet.Es geht um den Verein „Gestrandete Pfötchen“, gegründet im vergangenen Juni. Im Herbst fand Vorsitzende Bianca Schenk eine mögliche Immobilie für ein Tierheim in Wasbek am Krusenhofer Weg 111. „Da haben wir uns mit Frau Dr. Uhde getroffen“, erzählte Bianca Schenk, „um über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen.“ Die Tierärztin aus Kiel hatte gerade nach zehn Tagen als neue Leiterin der Tierauffangstelle beim Tierschutzverein fristlos gekündigt (wir berichteten). „Sie hatte tolle Ideen, aber wir passten doch nicht zusammen“, erinnerte sich Bianca Schenk. Allerdings hatte Stephanie Jette Uhde nach Absprache da schon die Internetpräsenz www.gestrandete-pfoetchen.de gesichert.

Je konkreter das Projekt Tierheim Wasbek wurde, desto mehr machte sich der Verein Gedanken, wie er sich im Internet präsentieren könne. Man sicherte sich www.gestrandete-pfoetchen.com, schließlich war „.de“ nicht mehr zu haben. Plötzlich war diese „.de-Seite“ aktiv. Allerdings nicht für die „Pfötchen“. Der Besucher wurde weitergeleitet auf die Homepage des Tierschutzvereins. Das Internet verband, was gar nicht zusammengehört. „Ich habe Dutzende Anrufe und Nachrichten bekommen, ob wir unter einem Decknamen wohlmöglich der Tierschutzverein seien“, sagte Bianca Schenk. Dem ist nicht so, ihr Ärger nachvollziehbar. „Ich fürchte, durch diese Verlinkung gehen uns viele Spenden verloren“, sagte sie Montagmittag traurig, die Aktion sei unfair. Martin Heinze vom Tierschutzverein erklärte, dass er vor der Verlinkung nicht gefragt worden ist.

Am Nachmittag änderte sich dann alles. „Ich habe die Domain, um die es geht, soeben bei unserem Anbieter gekündigt – zum 20.09.2017; dies ist der früheste Zeitpunkt. Solange verlinke ich auf den Homepage-Auftritt von Frau Schenk“, erklärte Stephanie Jette Uhde. Sie sah sich Unterstellungen und Anfeindungen im sozialen Netz „Facebook“ ausgesetzt, durch E-Mails bedroht. „Die reservierte Homepage konnte nicht „alleine“ stehen, da ich sonst weitere zusätzliche Kosten hätte tragen müssen. Es musste eine passende Verlinkung her, sodass es mir zum damaligen Zeitpunkt sinnvoll erschien, auf die Tierauffangstelle weiterzuleiten“, so die Tierärztin.

Die „Gestrandeten Pfötchen“ gehen jetzt im weltweiten Netz andere Wege. Infos über den Verein, das Tierheim, Spendenaufruf und zu vermittelnde Tiere gibt es unter www.tierheim-wasbek.de. Bianca Schenk hofft, dass es unter den Tierschützern zukünftig kein Gegeneinander gibt. „Wir sind für alle Tierschützer komplett offen“, sagt sie. „Es wäre schön, wenn die Grabenkriege in Neumünster aufhörten und die Sachthemen des Tierschutzes endlich im Vordergrund ständen – losgelöst von einer Mitgliedschaft in dem einen oder anderen Verein“, meint Stephanie Jette Uhde. Und Susanne Eckmann vom Verein Tierhilfe erklärt: „Wir wollen gerne zusammenarbeiten“, denn es ist doch so: „Wir haben alle das gleiche Ziel.“

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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