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Verstärkung für die Nummer gegen Kummer

Kinder- und Jugendtelefon des Kinderschutzbundes Verstärkung für die Nummer gegen Kummer

Stress mit den Eltern oder in der Schule? Zoff mit Freunden oder Liebeskummer? Gründe gibt es genug, das Kinder- und Jugendtelefon anzurufen. Wer Hilfe braucht, kann die Nummer 116111 wählen. Montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr sitzt dort jemand, der sich Zeit nimmt und zuhört. Nach den Sommerferien wird das zehnköpfige Team verstärkt: 23 Elly-Heuss-Knapp-Schüler haben sich ein Schuljahr lang intensiv vorbereitet und wollen auch helfen.

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Besmir Mansaku (links) und Ernestine Schmidt sitzen Rücken an Rücken und üben so die Beratung am Kinder- und Jugendtelefon. Ihre Mitschüler geben den angehenden Erziehern Feedback.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Die 19- bis 31-jährigen Schüler sind in der Ausbildung zum Erzieher an der Fachschule für Sozialpädagogik. Als Till Pfaff, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Neumünster, eine Kooperation anbot, stieß er in der Schule offene Türen auf. Er war auf der Suche nach neuen Beratern für die „Nummer gegen Kummer“, die Schule sah sofort den Vorteil für die Ausbildung. Lehrerin Inga Hansen spricht von Beratungskompetenz.

 Im vergangenen Sommer startete der Wahlpflichtkurs „Telefonberatung“ mit drei Wochenstunden. Inga Hansen gestaltete den Unterricht zusammen mit Katja Lauen, Ausbilderin beim Kinderschutzbund. „Zuerst haben die Schüler gedacht, sie müssten am Kinder- und Jugendtelefon Ratschläge geben“, sagt Inga Hansen. Dabei geht es darum den Anrufern zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen. „Wir müssen gar nicht die optimale Lösung vorschlagen, sondern nur die Richtung vorgeben“, erläutert auch eine Schülerin.

 Und was für Themen erwartet die Schüler? Besmir Mansaku glaubt, dass Liebeskummer und Mobbing zentrale Probleme seien in jedem Alter. Gewalt werde sicher auch angesprochen. „Das muss ja gar nicht gleich der Faustschlag sein“, erklärt er. Auch ein böser Blick oder eine Ohrfeige können schon Probleme machen. Leistungsdruck, die Scheidung der Eltern, Streit mit Geschwistern, Weglaufen von zu Hause – die Palette wird breit gefächert sein. „Alles läuft völlig anonym, wir sehen keine Telefonnummer im Display, wir informieren weder Jugendamt noch Polizei“, sagt Ernestine Schmidt. Jedes Problem wird ernst genommen. Gemeinsam werden dann Lösungswege gesucht.

 „Die Zahl der Anrufe ist seit Jahren relativ gleichbleibend“, sagt Till Pfaff. Rund 5000 Beratungen sind es pro Jahr, die von zwei Minuten bis zu einer Stunde dauern können. Zwei Stunden dauert eine Schicht, dann übernimmt der nächste Berater. Die Schüler wollen jeder 40 Stunden ehrenamtlich am Telefon sitzen und bekommen dann ein Zertifikat vom Kinderschutzbund. Schon jetzt sind sie sich sicher, dass ihr Engagement darüber hinausgehen wird. Und wenn am Ende dann der Satz kommt „Danke, Du hast mir geholfen“, dann freuen sich die Schüler. „Das bringt dann ja auch uns was“, sagt Besmir Mansaku. Im nächsten Schuljahr bietet die Elly-Heuss-Knapp-Schule übrigens wieder einen Wahlpflichtkursus an.

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