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Gleich dahinter brütet der Kiebitz

Ausbau der A7 Gleich dahinter brütet der Kiebitz

Lärmschutz oder Sichtschutz? Die Frage stellt sich derzeit für alle Autofahrer auf der A7, wenn sie an dem schwarzen Folienzaun vorbeifahren, der sich über rund zehn Kilometer auf der westlichen Seite zwischen dem Bordesholmer Kreuz und der Anschlussstelle Neumünster-Nord längs der Baustelle erstreckt.

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 So sieht Artenschutz aus: Folienzäune an der A 7 zwischen dem Bordesholmer Dreieck und der Anschlusstelle Neumünster-Nord schirmen die Kiebitze von der Baustelle ab.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Die Antwort lautet: Der Zaun dient einzig und allein dem Schutz von brütenden Kiebitzen, die auf den Wiesen rechts und links der A7 in ihren Nestern den Nachwuchs aufpäppeln.

„Das ist eine wichtige Maßnahme, um diese vom Aussterben bedrohte Vogelart zu schützen“, erklärt Ingo Luwichowski vom Nabu-Landesverband. Der Kiebitz, ein sogenannter Bodenbrüter, reagiere auf optische Reize. Der massive Baustellenverkehr, der dicht an die von Kiebitzen zur Aufzucht genutzten Feuchtwiesen gerückt ist, könne ohne diesen Schutzzaun negative Auswirkungen auf die Population der Kiebitze haben. „Diese Vogelart ist standorttreu und brütet immer am gleichen Fleck. Fühlt sich der Kiebitz gestört, sucht er sich schließlich einen neuen Brutplatz. Doch durch den intensiven Umbruch von Grünland durch die Landwirtschaft und dem immer mehr ausufernden Maisanbau verliert diese Vogelart auch in Schleswig-Holstein Stück für Stück ihren angestammten Lebensraum“, warnt Ludwichowski. Die Anzeichen für einen alarmierenden Rückgang der Vogelart aus der Familie der Regenpfeifer würden sich seit Jahren mehren. Sein Bestand habe sich in den vergangenen zwölf Jahren halbiert, erklärt der Vogelexperte.

Der Folienzaun gilt vor diesem Hintergrund als Artenschutzmaßnahme, die im Planfeststellungsverfahren verbindlich festgelegt wurde. Verantwortlich dafür ist die den Ausbau der A7 zwischen dem Bordesholmer Kreuz und der Anschlussstelle Hamburg-Nordwest ausführende Projektgesellschaft Via Solutions Nord. „Wir errichten derzeit an vielen Stellen herunter bis nach Hamburg solche Zäune, unabhängig davon, ob exakt dort Kiebitze brüten oder nicht. Die Vögel sind außerordentlich selten, und wir wollen lieber zu viele als zu wenige Zäune bauen“, erklärt Unternehmenssprecher Peter Caspar Hamel.

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