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Hilfe vom Integrations-Coach

Ausbildungsverbund Neumünster Hilfe vom Integrations-Coach

Das Integrationsprojekt „Ausbildung und Arbeit für alle“ des Ausbildungsverbundes Neumünster (AVN) steht: EU und Bundesarbeitsministerium haben für den Förderbescheid über 285000 Euro grünes Licht gegeben, damit junge Zuwanderer aus EU-Staaten und Migranten ab September besser in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert werden können. Rund 29000 Euro schießt Neumünsters Jobcenter zu.

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Jamina Lehmann (21) und Patrick Lüdtke (24), beide Teilnehmer der unterstützenden assistierten Ausbildung, im Gespräch mit Thomas Börner.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Stellen Sie sich einen 25-jährigen Bulgaren oder Rumänen mit Bleiberecht vor, der bereits einen Sprachkurs absolviert hat. Da arbeiten wir mit der Walther-Lehmkuhl-Schule zusammen. Aber wie kriegt der jetzt Kontakt zu einem Betrieb? Wir haben aufgrund des Fachkräftemangels nämlich Interesse daran, dass er bleibt. Dem stellen wir jetzt einen Integrations-Coach an die Seite, der die Fäden zum Jugendmigrationsdienst, zur Berufsschule, zum Jobcenter und zur Wirtschaft knüpft“, erklärt Thomas Börner, stellvertretender AVN-Leiter.

 Börner bricht auch gleich eine Lanze für diese Klientel. „Die kommen hierher und wollen was anpacken, sind bildungshungrig“, hat er beobachtet. „Dafür wollen wir Betriebe sensibilisieren.“ Mit benachteiligten deutschen Jugendlichen hat man beim AVN schließlich auch die Erfahrung gemacht: „Es gibt namhafte kleine und mittlere Betriebe, die nehmen solche Schützlinge, wenn sie pünktlich sind und Interesse zeigen.“

 Mit dem neuen Projekt will der AVN etwa 20 Prozent der rund 150 in Neumünster lebenden jungen Zuwanderer aus EU-Staaten erreichen. „Mittlerweile gibt es in Neumünster sogar schon ein Unternehmen aus der Pflegebranche, das für Bewerber aus dieser Klientel selbst Sprachkurse anbietet.“

 Seit 2003/2004 arbeitet der AVN, 1995 hervorgegangen aus den Werkstätten des Jugendgemeinschaftswerkes und immer darum bemüht, einer bildungsbenachteiligten Bevölkerungsgruppe doch noch den Weg ins Berufsleben zu ebnen. Außerdem gilt ein präventiver Ansatz: „Junge Menschen rechtzeitig fragen: Was willst Du werden? Um dann mit ihnen ein Berufsfeld zu erproben“, schildert Börner. Eine solche Berufseinstiegsbegleitung greift ab der 8. Klasse in Kooperation mit Gemeinschaftsschulen aus Neumünster und Bordesholm. Seit März 2015 wird sie außer von der Arbeitsagentur auch vom Europäischen Sozialfonds gefördert.

 Als erfolgreich hat sich auch „Kompass“ erwiesen. Mit dieser Hilfe, seit 2000 von Neumünsters Jugendhilfe gefördert, soll selbst „ganz Schwachen“ ein Schulabschluss ermöglicht werden. „Die machen nur 15 Stunden Schule die Woche und 15 Stunden Praxis bei uns in den Werkstätten. Dazu kommt ein Tag Praxis pro Woche in einem Betrieb“, schildert Börner. Dabei wird durchaus auf den „Klebe-Effekt“ gesetzt. Einer 16-Jährigen wurde nach vier Monaten Praktikum in einem Store des Designer Outlet Centers jetzt prompt ein Ausbildungsplatz angeboten. 22 verschiedene Programme hat der Ausbildungsverbund Neumünster im Angebot.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
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