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Schau ohne Gruselfaktor

„Echte Körper“ Schau ohne Gruselfaktor

Seit Donnerstag gastiert die anatomische Ausstellung „Echte Körper“ in einem Zelt auf dem Gelände der Holstenhallen. Von „faszinierend“ bis „spannend“ reichten die Reaktionen von Schülern der Klaus-Groth-Schule, die am Donnerstag die Schau mit den plastinierten Toten besuchten.

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Schüler Hannes Kracht bestaunt in der anatomischen Ausstellung „Echte Körper“ ein weibliches Ganzkörper-Exponat.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Thomas Müller, technischer Leiter der Ausstellung, betont, die Wanderausstellung verfolge einen pädagogischen Ansatz und sei geeignet, einen Beitrag zur beruflichen Weiterbildung in den Bereichen Kranken- und Altenpflege zu leisten. Provokative Installationen wie bei Gunther Von Hagens’ „Körperwelten“ sucht man vergeblich. Der künstlerische Anspruch erschöpft sich in der realistischen, ästhetischen Darstellung der menschlichen Anatomie. Trotzdem ist „Echte Körper“ kein trockener Biologieunterricht.

 Ein Körper ist in Querschnitte zerlegt und auf zehn Metern Glasvitrine ausgestreckt. Müller weist die Schüler dezent auf den Zusammenhang hin zwischen einem Hüftschiefstand und einer Arthrose – ein vergleichsweise harmloser Gesundheitsschaden zwischen diversen Krebsarten und etlichen anderen Krankheiten innerer Organe. Müller gibt zu, er habe selbst anfänglich Vorbehalte gegen die Zurschaustellung menschlicher Körper gehabt. Die hätten sich aber schnell zerstreut. Die Exponate seien relativ naturbelassen und nicht darauf ausgelegt, zu schocken.

 „Einen Gruselfaktor hat das auf jeden Fall nicht“, meint Klaus-Groth-Schülerin Lina Hagedorn. Geschockt zeigt sich auch sonst niemand unter den Schülern. Es herrscht allgemein reges Interesse. Es wird diskutiert über vergrößerte Lebern und teerschwarze Raucherlungen, sucht anhand von Listen nummerierte Muskelpartien und staunt über die Beschaffenheit von Dingen, die man ständig mit sich herumträgt, aber selten zu Gesicht bekommt. Für Entrüstung fehlt der Anlass. „Sehr interessant. Ich hätte nicht gedacht, dass man Muskeln und Sehnen durch das Plastinierungsverfahren so erhalten kann“, staunt Schüler Hannes Kracht. Wer einen Blick nach Innen riskieren möchte – ohne großes Spektakel, aber trotzdem absolut fesselnd – dem bietet „Echte Körper“ dazu die Gelegenheit.

 Die Ausstellung ist bis Sonntag, 4. Oktober, auf dem Gelände der Holstenhallen zu sehe; Öffnungszeiten jeweils 11 -18 Uhr.

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