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Kleine Bahn – ganz groß

Lokschuppen Neumünster Kleine Bahn – ganz groß

Im Lokschuppen an der Max-Johannsen-Brücke in Neumünster kommen Miniaturen zum Einsatz. „Kleine Bahn – ganz groß 2016“, ist der Titel einer Ausstellung mit Modellstraßenbahnen, die am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. Juni, ab 11 Uhr zu sehen sein wird.

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Der historische Lokschuppen an der Max-Johannsen-Brücke ist 150 Jahre alt und verfügt über eine Drehscheibe für Dampflokomotiven. Davor liegt ein Areal, das für Güterumschlag genutzt wird.

Quelle: Sven Detlefsen

Neumünster. Anlass der Schau ist das Jubiläum 150 Jahre Straßenbahnen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Im Jahr 1866 nahm die erste Pferde-Straßenbahn zwischen Hamburg und Wandsbek ihren Betrieb auf. Darauf folgten dann Straßenbahnen in anderen größeren Städten Kiel, Lübeck und Flensburg, weiß Harald Elsner vom Ausrichter der Schau, dem Verein Verkehrsamateure und Museumsbahnen (VVM). Ausgerechnet Neumünster, Sitz des Vereins Kulturlokschuppen, der den Lokschuppen gemietet hat, ist historisch eigentlich eine „straßenbahnfreie“ Stadt.

 Das soll sich am Sonnabend von 10 bis 18 Uhr sowie Sonntag von 11 bis 17 Uhr, 4. und 5. Juni, ändern. Im Lokschuppen werden dann nicht die gängigen Eisenbahnmodelle gezeigt. Schwerpunkt der Ausstellung, die bereits zum 13. Mal an wechselnden Standorten in Deutschland ausgerichtet wird, ist ausdrücklich der öffentliche Personennahverkehr. Also neben Straßenbahnen auch U-Bahnen und Busse. Dieses Thema hat sich die Arbeitsgemeinschaft Historischer Nahverkehr des VVM auf die Fahnen geschrieben. Im über 900 Quadratmeter großen Lokschuppen und einem ehemaligen Sozialgebäude sollen laut Lageplan der Schau über zwei Dutzend Aussteller aus ganz Deutschland aufbauen.

 Daneben wird ein tolles Programm für Eisenbahn-Fans geboten: Zum Beispiel Mitfahrten auf einer alten Handhebeldraisine und auf einer Gartenbahn mit 12,7 cm Spurweite. Als Einstimmung auf die Schau verkehrt ein historischer Bus zusätzlich zur Linie 5 der Stadtwerke Neumünster vom Bahnhof zur Ausstellung. Und die Rendsburger Eisenbahnfreunde bieten eine Sonderfahrt mit einem Triebwagen der AKN (VT 2.35, Type VT2E) an. Abfahrt ist am Sonntag um 9.30 im Bahnhof Neumünster, Rückkehr gegen 14.45 Uhr. Auf dem Lokschuppen-Gelände war es lange Zeit ruhig geworden. Im Februar 2011 zogen die Rendsburger Eisenbahnfreunde mit ihrer historischen Dampflok nicht ganz freiwillig aus.

 Inzwischen vermietet der Verein Kulturlokschuppen an sie. Irgendwann sollen vom 150 Jahre alten, unter Denkmalschutz stehenden Lokschuppen aus wieder Sonderfahrten mit historischen Fahrzeugen angeboten werden. Ein Anschlussgleis wurde bereits wieder hergestellt, allerdings steht dafür derzeit noch die Betriebsgenehmigung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens aus.

 Den Antrag dafür stellt, wie berichtet, das Eisenbahnunternehmen NEG (Norddeutsche Eisenbahngesellschaft Niebüll), das auf dem Gelände in neue Anlagen für den Güterumschlag investieren möchte. Holger Busche, Vorsitzender des Vereins Kulturlokschuppen, hofft, schon ab Herbst die Anlage für Besichtigungen öffnen zu können, vielleicht mit einem Railway-Café. Dazu kommt das zweite Sterntaucher Kulturfestival, das Rock-, Reggae- und Elektro-Fans vom 8. bis 10. Juli aufs Lokschuppengelände zieht.

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Ein Artikel von
Sven Detlefsen
Ressortleiter Holsteiner Zeitung

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