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Irritierend durch Überzeichnung

Ausstellung zu Hartz IV Irritierend durch Überzeichnung

In drei Wohnzimmerszenen, die an Puppenstuben erinnern, mit Klischees spielen und durch Überzeichnung irritieren, zeigt die Künstlerin Jana Merkens in einer Ausstellung in der Anscharkirche ab November den vermeintlichen Alltag von Hartz-IV-Empfängern.

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„Hartz-IV-Wohnzimmer“ und Obdachlose bildet die Bonner Künstlerin Jana Merkens mit ihren Skulpturen nach. Die Diakonie Altholstein zeigt die Ausstellung „Projekt Armut“ anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Wohnungslosenhilfe in Neumünster.

Quelle: Privat

Neumünster. Ein Topf voller Zigarettenstummel, leere Bierflaschen, auf dem Sofa sitzt Flaschensammler Werner. Ein laufender Fernseher, davor ein schreiendes Baby. Eine verzweifelte Frau neben halb gepackten Umzugskartons, auf dem Tisch die Räumungsaufforderung des Vermieters: Drei Wohnzimmerszenen zeigen den vermeintlichen Alltag von Hartz-IV-Empfängern.

 Die Plastiken von Jana Merkens im Maßstab 1:4 erinnern an Puppenstuben und zeigen dabei alles andere als Behaglichkeit. Die „Gesichter von Hartz IV“ und die Werkreihe „Obdachlos“ sind vom 2. bis 15. November in der Anscharkirche an der Christianstraße zu sehen. Anlass ist das 20-jährige Bestehen der Zentralen Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot (ZBS) der Diakonie Altholstein, die die Ausstellung zum ersten Mal nach Schleswig-Holstein geholt hat. Die ZBS will den Blick auf die Armut lenken und die Besucher der Ausstellung zum Nachdenken über eigene Vorurteile anregen.

 Jana Merkens studierte Kunst in San Francisco, Münster und Bonn. Die 25-Jährige beschäftigte sich im Rahmen ihrer Arbeit intensiv mit dem Leben auf der Straße, begleitete eine Gruppe Obdachloser, die ihr von ihrem Leben berichteten und übernachtete selbst auf der Straße. Für die „Gesichter von Hartz IV“ führte sie zahlreiche Gespräche mit Arbeitslosen und besuchte sie zu Hause. Mehrere Figuren basieren auf diesen Begegnungen.

 Die Ausstellung ist geöffnet am 2., 6., 7., 9., 11., 13. und 14. November, jeweils von 14 bis 17 Uhr, sowie am 8. und 15. November im Anschluss an den Gottesdienst. Schulklassen und andere Gruppen können unter Tel. 04321/419510 bei der ZBS Termine mit Führung vereinbaren. Mitarbeiter der Wohnungslosenhilfe sind während der Öffnungszeiten anwesend. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende zu Gunsten der ZBS gebeten.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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