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Barrierefreie WCs kommen teuer

Am Einfelder See Barrierefreie WCs kommen teuer

Sage und schreibe 210000 Euro soll die barrierefreie Sanierung der drei Toilettenhäuschen am Einfelder See nach Architekten-Voranschlag kosten. „Das ist eine Stange Geld“, fand nicht nur CDU-Ratsfrau Helga Bühse.

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Im Sommer hatte Sven Radestock die Klo-Häuschen vermessen.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Ich schwanke zwischen Lachen und mich wahnsinnig Aufregen“, gab auch Stadtteilvorsteher Sven Radestock im Bauausschuss am Donnerstagabend zu. Erst hätte die Stadt barrierefreien Umbau als „geht nicht“ eingestuft, erinnerte er. Dann habe er mit Neumünsters Behindertenbeauftragten Hartmut Florian vor Ort alles nachgemessen, dann der Ausschuss den Antrag gestellt. „Und jetzt kommen solche Zahlen raus. Es geht doch nicht um Luxustoiletten! Will das jemand verhindern? Es handelt sich doch schließlich um eine Selbstverständlichkeit!“

 Das mit dem „geht nicht“ stritt Claus-Peter Hillebrandt von der Zentralen Gebäudewirtschaft ab. „Ich habe nur gesagt: Das wird sehr teuer.“ Allerdings hatte Radestock noch Hillebrandts Antwort-Brief vom Mai 2014 dabei. Was nun die Kosten angeht: Da vertraute Hillebrandt voll auf den beauftragten Architekten. Der habe Erfahrungen mit mehreren solcher Toiletten in Ostseebädern.

 Es ginge in Einfeld um die Erneuerung der gesamten Leitungsanlagen, neue Sanitär-Objekte und eben die Barrierefreiheit. Hillebrandt: „Ich kenne die Kosten von Toilettensanierungen an Neumünsters Schulen. Ich glaube, dass das richtig geschätzt ist.“ Der Ausschuss bestand auf detaillierter Kostenaufschlüsselung zu seiner nächsten Sitzung. Übrigens hatte Helga Bühse auch gleich einen Deckungsvorschlag: Teile der Einnahmen aus dem Verkauf des ehemaligen Kirchenkreis-Jugendheims am noblen Seekamp.

 Das Einfelder Toiletten-Thema erinnert an ein Schmankerl von vor rund drei Jahrzehnten. Als die Stadt ein Toilettenhäuschen auf den Grünanlagen am See an der Dorfbucht bauen ließ. Und sich anschließend alle erstaunt die Augen rieben angesichts der Kosten für das „Häuschen“. Damals machte in Neumünster der Joke die Runde: Offenbar habe man dem in der Nähe wohnenden Stadtbaurat keinen „Schandfleck“ vor die Nase setzen wollen.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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