22 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Gedenken an den Todesmarsch

Alte Obstwiese Gedenken an den Todesmarsch

Die Alte Obstwiese an der Kieler Straße ist Gedenkstätte für den Todesmarsch geworden. Im April 1945 mussten rund 1000 Häftlinge von Hamburg-Fuhlsbüttel zum Arbeitserziehungslager nach Kiel-Hassee marschieren. In Erinnerung an sechs der Überlebenden wurden Apfelbäume gepflanzt.

Voriger Artikel
B-Plan auf dem Weg
Nächster Artikel
Delfs seit 40 Jahren in der SPD

Zum Gedenken an Überlebende des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im April 1945, der durch Neumünster führte, wurden auf der Alten Obstwiese vier Apfelbäume gepflanzt.

Quelle: Leng

Neumünster. Warum wurde von Heinrich Kautzky, Chef des Arbeitskreises der Obstwiese, dieser Ort als Pflanzung für die Gedenkbäume ausgesucht? Die Antwort ist einfach: Der Todesmarsch der rund 1000 damaligen KZ-Insassen führte von Hamburg-Fuhlsbüttel mitten durch Neumünster über die Altonaer Straße, Innenstadt und längs der Kieler Straße, an der die Obstwiese liegt.

 Am Sonnabend hatten sich viele Bürger zur Pflanzung auf der Obstwiese versammelt. In Erinnerung an die Überlebenden des Todesmarsches Hilde Sherman, Berthold Kahn, Thekla, Sophie und Emmi Nathan sowie Leonard Zimmak, die mittlerweile alle verstorben sind, wurden vier Apfelbäume zum Gedenken gepflanzt. „Das ist für mich ein erhebender Moment“, erklärte Fred Zimmak, Sohn von Leonard Zimmak. Er war zu der Feierstunde aus Schweden angereist.

 „Im April 1945 evakuierten die Nationalsozialisten das KZ in Hamburg-Fulsbüttel, um ihre Verbrechen vor den anrückenden englischen Truppen zu verbergen“, gab Kauzky einen historischen Exkurs. Die Häftlinge seien zu einem dreitägigen Gewaltmarsch gezwungen worden. Wer von den geschwächten Marschteilnehmern nicht mehr weiter konnte oder fliehen wollte, sei erschossen worden. Mindestens neun Menschen seien so ermordet worden. „Eine der Erschießungsstellen war in Wittorferfeld“, so Kautzky.

 Oberbürgermeister Olaf Tauras und der Propst des Kirchenkreises Altholstein, Stefan Block, erinnerten in ihren Ansprachen an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und appellierten daran, dass die Gesellschaft wachsam bleiben müsse, damit sich derart menschenverachtendes und verbrecherisches Tun nie wieder ereignen kann.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

KSV-Liveticker!

KSV-Spielstand online
verfolgen, mit dem
KN-KSV-Liveticker

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Neumünster 2/3