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Lotte Krull überzeugte die Jury

Vorlesewettbewerb in der Stadt Lotte Krull überzeugte die Jury

Wer liest in Neumünster am besten vor? Acht Mädchen und ein Junge stellten sich im Stadtentscheid dem Wettbewerb. Drei Minuten musste jeder vorlesen, eine fünfköpfige Jury verfolgte jedes Wort. Sie hörten phantastische, unterhaltsame und spannende Texte und sahen ganz schön aufgeregte Sechstklässler.

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Lillian Dorothea Wiegand sah sich in der Pause bei den Hörbüchern in der Kinder- und Jugendbücherei um.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Lillian Dorothea Wiegand (13) hält ihr Buch „Der Clan der Wölfe“ fest in der Hand. Sie nimmt noch einen Schluck aus der mitgebrachten Trinkflasche, an Bonbons hat sie auch gedacht. Bloß keinen trockenen Hals bekommen und nicht lesen können ...! Lönne Behrends sieht ein bisschen blass aus. Gestern hatte sie noch Fieber. Doch beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels wollte sie unbedingt dabei sein. Schließlich geht es darum, wer in ganz Neumünster am besten vorliest.

Neumünster. Wer liest in Neumünster am besten vor? Acht Mädchen und ein Junge stellten sich im Stadtentscheid dem Wettbewerb. Drei Minuten musste jeder vorlesen, eine fünfköpfige Jury verfolgte jedes Wort, außerdem hatten sich fast 50 Zuschauer in der Kinder- und Jugendbücherei an der Wasbeker Straße eingefunden. Sie hörten phantastische, unterhaltsame und spannende Texte und sahen ganz schön aufgeregte Sechstklässler.

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 Acht Mädchen und ein Junge haben in der ersten Sitzreihe in der Kinder- und Jugendbücherei an der Wasbeker Straße Platz genommen. Sie müssen drei Minuten aus ihrem Buch vorlesen. Fast 50 Zuschauer werden jedes Wort verfolgen, die fünfköpfige Jury entscheidet dann, wer es am besten gemacht hat. Die Sechstklässler rutschen etwas nervös auf ihren Stühlen hin und her. Aber alle haben ausgiebig geübt, lesen sowieso viel und haben ja auch Erfahrung. Schließlich haben sie den Wettstreit an ihrer Schule gewonnen, um sich für den Stadtentscheid zu qualifizieren.

 Zu Hause liest Lillian mit dem E-Book-Reader, sie wirft aber auch schon mal einen Blick auf den Drehständer mit Hörbüchern. Wie viel sie liest? 100 Bücher im Jahr! Wirklich? Na, vielleicht 50 bis 100. Sie ist mit ihrer Oma zum Wettbewerb gekommen, die in der letzten Reihe Platz nimmt, aber alles genau im Blick hat. Lillian hat in ihr Buch ein Eselsohr gekniffen, damit sie die Stelle wiederfindet, die sie vorlesen möchte. Sie fängt an.

 Lotte Krull hat sich „Königin des Sprungturms“ ausgesucht, das Buch hat sie zum Geburtstag bekommen. „Das ist schon toll“, sagt sie. Ihr Vater und Klassenlehrerin Maren Baumert sind zur Unterstützung mitgekommen. In der Pause, während sich die Jury berät, verrät Lotte: „Ich hatte das Gefühl, dass ich zu schnell gelesen habe.“ Ihre Lehrerin lobt dagegen: „Ich glaube, Lotte hat gute Chancen!“

 Auch Annika Riepen wird von ihrer Klassenlehrerin Hanne Jensen unterstützt. „Du hast am besten gelesen“, ist sie überzeugt, eine spannende Tagebuch-Szene aus „Dork Diaries“.

 Jan Roger ist der Beste aus der Klaus-Groth-Schule. Warum er der einzige Junge ist, der sich qualifiziert hat, versteht er nicht. Mutter Mirka ist stolz. „Er hat sich nicht einmal verlesen“, sagt sie. Kein Wunder, Jan hat richtig viel geübt. „Warrior Cats – gefährliche Spuren“ handelt von Katzenclans, Kampf und Freundschaft. Im vergangenen Jahr war es ein Junge, der den Stadtentscheid des Vorlesewettbewerbs gewonnen hat. Laurenz Kulig sitzt diesmal mit in der Jury.

 Als auch Angelina Wulff, Beyza Tural, Hanna Kock-Rohwer, Lönne Behrends und Leonie Wölk ihre Geschichten vorgelesen haben, zieht sich die Jury zurück. Eine Lehrerin, eine Redakteurin, eine Diplom-Bibliothekarin, der Vorjahressieger und eine Museumspädagogin müssen jetzt entscheiden. „Ich habe früher selber teilgenommen, bin aber nur Zweite geworden“, sagt Karin Ruhmöller, stellvertretende Leiterin des Museums Tuch+Technik. Bärbel Wulf-Fechner, Schulleiterin der Johann-Hinrich-Fehrs-Schule, guckt anerkennend: „Alles gute Leser“, sagt sie.

 Am Ende war die Entscheidung aber klar. Beste Vorleserin in Neumünster ist Lotte Krull. Klassenlehrerin Maren Baumert lag mit ihrer Einschätzung also goldrichtig! Lotte nimmt nun am 16. März am Bezirksentscheid teil, vielleicht schafft sie es über den Landesentscheid bis zum Bundesentscheid nach Berlin.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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