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Einsätze im Rettungsdienst stark gestiegen

Berufsfeuerwehr Neumünster Einsätze im Rettungsdienst stark gestiegen

23700 Alarmierungen gingen im Jahr 2015 bei Neumünsters Feuer- und Rettungswache ein. Die Zahl der Brände stieg um vier Prozent auf 468, die der Technischen Hilfeleistungen um neun Prozent auf 1052. Am eklatantesten war die Zunahme bei den Rettungsdiensten um knapp 2200 auf 22142.

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Blick in die Leitstelle: Leitstellendisponent und Schichtführer war am Montagvormittag Michael Carstensen (50); dem Stadtrat Oliver Dörflinger (links) und Feuerwehrchef Sven Kasulke über die Schulter schauten.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. „Deshalb sind wir den politischen Gremien auch dankbar für die Entscheidung, das Personal um sechs Planstellen auf mittlerweile 130 Kräfte aufzustocken“, sagte Feuerwehrchef Sven Kasulke am Montag bei der Präsentation der Jahresbilanz. Eine siebte Stelle soll in diesem Jahr folgen. „Nur so können wir die Arbeit auf ein normales Maß zurückdrehen“, betonte Kasulke, dem wichtig war: Die gesetzliche Quote für das Einhalten der Hilfsfrist von zwölf Minuten im Rettungsdienst betrage 90 Prozent; in Neumünster wurde sie zu 95 Prozent erfüllt.

Eine besondere Herausforderung bedeutete im Juli die kurzfristige Anfrage des Landesamts für Flüchtlinge: Innerhalb von zehn Stunden wurde die Sporthalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld in eine Notunterkunft verwandelt; einschließlich zusätzlicher Sanitärcontainer und ergänzender Stromversorgung. „Das ist sehr, sehr gut gelaufen und hat Erfahrung gebracht.“

Seit einem Vierteljahr hat die Feuerwehr „relative Ruhe“, was Unfälle im Bereich der Erweiterungsbaustelle der A7 angeht. Da wegen der stark verengten Fahrbahnen kaum eine Chance auf Bildung einer Rettungsgasse besteht, greift die Berufsfeuerwehr auf eine bewährte Taktik zurück: „Wir sperren die Autobahn komplett und fahren die Unfallstelle mit zwei Zügen von beiden Richtungen aus an.“ Mit sogenannten Gaffern haben die Einsatzkräfte allgemein kein Problem.

Rund fünf Mal im Monat greift die sogenannte Rufbereitschaft: Wenn viel Personal (Berufsfeuerwehr und Freiwillige) im Einsatz ist, bei Sonderproblemen oder langen Einsätzen (Großbrand des Penny-Markts) kommt der B-Dienst zum Einsatz, ein Führungsdienst in ständiger Rufbereitschaft. Die rund 65 Einsätze pro Tag wirkten sich auch auf die freiwilligen Wehren aus. Allein 99 Mal musste die Wehr Stadtmitte ran, deren Einzugsgebiet mit 30000 Einwohnern laut Kasulke schon einer „mittleren Kleinstadt“ gleicht.

Einsatz taktisch ist Stadtmitte bereits mit Brachenfeld „verheiratet“ worden; das Zukunftskonzept der freiwilligen Wehren soll die Arbeitsgruppe FF 2025 erarbeiten. Dazu gehört auch das Problem Stadtbrandmeister. Zwar hat Klaus Peter Jürgens signalisiert, noch ein Jahr länger zu bleiben. „Optimal wäre, wenn es bei der ehrenamtlichen Besetzung bleibt. Es gibt allerdings auch die Option des Hauptamts. Das könnten wir als Berufsfeuerwehr aber nicht mehr nebenher leisten.“ Dass an der Spitze der Wehr Stadtmitte künftig mit Torsten Petermann ein Hauptamtlicher steht, „haben wir nicht forciert, aber wir unterstützen das“, sagte Kasulke.

Zufrieden ist Kasulke damit, dass rund 50 Prozent aller Kollegen mindestens 40 bis 50 Ausbildungsstunden im Brandschutz absolviert haben. Ein Feuerwehrmann ist ein Allrounder. Der muss vom Leitstellendisponenten bis zum Drehleiterfahren alles können.“ Im Mai rückt ein mobiler Brandschutzcontainer an, in dem Atemschutzgeräteträger Situationen vom brennenden Sofa bis zur Durchzündung „in echt“ meistern müssen.

Dass Neumünsters Berufsfeuerwehr die Erreichbarkeit von acht Minuten im Falle einer Brandalarmierung einhält, musste sie während der Bilanzpressekonferenz übrigens nicht zwingend unter Beweis stellen. Der Alarm aus der Wichernstraße in Tungendorf war ein „falscher“.

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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