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Kita-Betreuerin aus Tansania

Neumünster Kita-Betreuerin aus Tansania

Einblicke in eine unbekannte Welt sammelt Irene Marenge aus Tansania. Seit Januar lebt die 25-Jährige in Neumünster. Die Tansanierin absolviert hier ein Bundesfreiwilligenjahr und arbeitet als Betreuerin in der Kita Gadeland sowie als Assistentin im Kirchenkreis Altholstein.

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Kindern der betreuten Grundschule Gadeland erklärt Irene Marenge wie aus einer Kakaobohne aus ihrem Heimatland Tansania Schokolade gemacht wird.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Als Irene Marenge im Januar in Hamburg aus dem Flieger stieg, wurde ihr sofort klar, dass sie sich auf ein kaltes Leben einstellen muss. Temperaturen um den Gefrierpunkt waren für sie bisher fremd. In ihrem Heimatland sinkt das Thermometer nur selten unter 25 Grad. In Neumünster lebt sie im Haus von Silke Leng, die in ihrer Funktion als ökumenische Arbeitsstelle des Kirchenkreises Altholstein mit dem Verein Artefact aus Flensburg den einjährigen Aufenthalt realisiert hat.

 Als erste Aufgabe galt es, Winterkleidung zu besorgen. „Die Preise sind extrem hoch“, zeigte sich Irene nach dem Shoppen sichtlich geschockt. „Das Leben in Deutschland ist teuer“, lautete ihre erste wichtige Erkenntnis. Ihre Eltern betreiben eine kleine Farm in der Region des Kilimanjaro, dem höchsten Berg Afrikas. Sie sind nicht vermögend. Es reiche gerade so zum Leben, berichtet die Tansanierin. Auch wenn das Geld knapp sei, hätten ihre Eltern Wert darauf gelegt, dass ihre fünf Kinder eine gute schulische Ausbildung erhalten. Irene hat einen College-Abschluss mit dem Fachgebiet „Internationale Beziehungen“. Ihr war es wichtig, bevor sie sich um eine Arbeitsstelle in ihrem Heimatland bemüht, durch den Aufenthalt in Deutschland eine andere Kultur kennenzulernen.

 Die fremde Kultur erleben zu können, setzt voraus, die Sprache zu beherrschen. Deshalb paukt Irene an der Walther-Lehmkuhl-Schule mit anderen ausländischen Jugendlichen intensiv die deutsche Sprache. Eine erste Prüfung hat sie mit Bravour bestanden. Die Kinder in der Kita helfen ihr dabei, ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. „Irene macht sich richtig gut und ist bei den Kids sehr beliebt“, freut sich Kita-Leiterin Nina Lohr. Im Büro von Silke Leng hilft sie bei Übersetzungen von Schriftstücken, deren Adressaten Partnergemeinden in Tansania sind, in die neben Englisch zweite Amtssprache Suaheli oder erklärt an der betreuten Grundschule Gadeland den Kindern wie aus Kakaobohnen Schokolade entsteht.

 Wenn Irene im Januar zurück nach Tansania fliegt, wird sie viele Eindrücke mitnehmen. Insbesondere das System der Müllabfuhr beeindruckt sie. „Bei uns gibt es das nicht. Der Müll wird einfach verbrannt“, berichtet sie. Mittlerweile ist sie schon zu einem Profi in Sachen Mülltrennung geworden: Gelben Sack, blaue, grüne und graue Tonne füllt sie sachkundig.

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