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Bierbrauer-Geschichte aus Neumünster

Vom Braunbier bis zum Pilsener Bierbrauer-Geschichte aus Neumünster

Bier wird in Neumünster schon lange getrunken. Zum Beispiel obergäriges Braunbier der Familie Hinselmann. 1788 ist ihr Fachwerkhaus am Großflecken 58 erstmals im Erdbuch erwähnt.

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In der Alten Brauerei wird zukünftig wieder Bier verkauft.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. 1864 wurde ein Kühlkeller in der Brachenfelder Straße/Ecke Klaus-Groth-Straße gebaut, dem jetzigen Standort der Alten Brauerei. Im Winter wurde hier Eis von den Schwalewiesen, die im rückwärtigen Teil der Marienstraße lagen, eingelagert. Es sollte die Bierfässer bis in den Sommer hinein kühlen. 1874 war dann die Grundsteinlegung durch die Kommanditgesellschaft D. H. Hinselmann & Co., die in der neuen Brauerei nun zusätzlich untergäriges Lagerbier herstellte. Die Fundamente des Kühlkellers sind noch heute unter dem ehemaligen Werkstattgebäude in der Klaus-Groth-Straße erhalten.

 Ein Jahr darauf wurde der Brauereibetrieb durch die Hinselbrauerei ausgebaut. 1898 wurde das erste Flaschenbier abgefüllt. Zwei Jahre vorher war das Hinselmannhaus am Großflecken durch einen Anbau erweitert und ausgebaut worden. Der Besitzer Detlev Hinrich Hinselmann betrieb zu der Zeit in dem Haus noch die Brennerei und Braunbierbrauerei nebst Schankwirtschaft und Ausspann. 1901 wurde das Haus nach den Plänen des Architekten Hans Roß umgestaltet.

 Im Jahr 1922 übernahm die Holsten-Gruppe die Brauerei Hinselmann. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Produktionsstätte stark beschädigt, nach dem Krieg jedoch wieder aufgebaut. 1960 gab es zwei Abfüllanlagen, die 7000 Flaschen Bier in der Stunde befüllten. 1965 investierte die Holsten Brauerei noch einmal in das Werk, so entstand das Sudhaus, 1968 der Flaschenkeller mit automatischer Abfüllanlage, in der 90000 Dosen in der Stunde befüllt werden konnten. 1971 fand der Neubau der Stapelhalle statt. 1986 schloss die Holsten-Brauerei AG den Standort Neumünster aus wirtschaftlichen Gründen. Das Bier aus der Brachenfelder Straße wurde Geschichte. Auch das Hinselmannhaus am Großflecken musste weichen – für den Neubau der Volksbank. Es wurde jedoch im rückwärtigen Teil am Waschpohl wieder aufgebaut.

 1993 wurde die Alte Brauerei umgebaut, die Fassade erneuert, Platz für den neuen Gewerbepark geschaffen. 2002 entstand der Büroneubau im Bereich der ehemaligen Abfüllhalle, der heute vom Berufs- und Informationszentrum (BIZ) genutzt wird.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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Foto: Am Anfang war es nur ein Gedanke von Sven Reents (links) und Carsten Hegenberg, am 26. November bekommt Neumünster wieder sein eigenes Bier.

Da braut sich etwas zusammen! 30 Jahre nachdem das letzte Bier in Neumünster in der Holsten-Brauerei abgefüllt worden ist, perlt es wieder im Glas. Carsten Hegenberg und Malte Reents hatten die Idee, ein eigenes Neumünster-Bier zu brauen: das Schwalebräu.

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