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Brutsaison in vollem Gang

Schleswig-Holstein Brutsaison in vollem Gang

Hochsaison beim Brüten in Schleswig-Holstein. Überall sitzen in diesen Tagen Vogeleltern in ihren Nestern. Allein im Wattenmeer und angrenzenden Gebieten sind es im Schnitt jedes Jahr 100 000 Vogelpaare. Doch dieses Jahr sind einige etwas spät dran.

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Ein Buntspecht füttert an der Grenze zu Schleswig-Holstein sein Junges. Es ist Hochsaison beim Brüten.

Quelle: Nick Ehlers/ dpa

Neumünster. Das Gezwitscher von Kohl- und Blaumeise in Bäumen und Hecken, das Gurren der Tauben in Parks und das Klopfen der Spechte in Wäldern sind Zeichen für ein reges Vogel-Treiben: Überall werden „Vogelhochzeiten“ gefeiert, im Land zwischen den Meeren ist die Brutsaison in vollem Gang. Allein im Wattenmeer und angrenzenden Gebieten sind es nach Angaben der Nationalparkverwaltung im Schnitt jedes Jahr 100 000 Vogelpaare.

„Viele Vögel starteten in diesem Jahr jedoch verspätet mit dem Brutgeschäft“, sagte Ingo Ludwichowski vom Naturschutzbund Nabu. Dazu gehört unter anderem der Kormoran. Er kehrte zu den üblichen Zeiten aus dem Winterquartier zurück, begann aber erst spät mit dem Brüten. „ Vermutlich aufgrund der Witterung — das betrifft eine ganze Reihe von Vogelarten“, sagte der Experte.

Auch auf der Vogelinsel Trischen vor Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) ist die Brutzeit in vollem Gange, sagt Vogelwartin Christin Kunze. Austernfischer, Rotschenkel und andere sitzen fest auf den Eiern oder wärmen die frisch geschlüpften Küken. Die häufigsten Arten auf dem Eiland im Wattenmeer sind Silbermöwe, Lachmöwe und Heringsmöwe.

Beim Säbelschnäbler sind die ersten Küken geschlüpft. Nach Angaben des Nationalparkamtes kommen jedes Jahr bis zu 10 000 Säbelschnäbler an Schleswig-Holsteins Nordseeküste. Ein Großteil brütet in den Dithmarscher Salzwiesen, vor allem in großen Kolonien rund um die Friedrichskooger Halbinsel. Die anderen verteilen sich in Nordfriesland, in den Salzwiesen am Festland, im Beltringharder Koog, im Rickelsbüller Koog und in der Untereiderregion.

Für Greifvögel und Eulen verspricht 2015 ein gutes Jahr zu werden, denn sie finden einen reich gedeckten Tisch: „Es sind sehr viele Feldmäuse unterwegs, bei Schleiereule, Waldkauz oder Turmfalke finden wir in den Nestern außergewöhnlich viele Eier“, sagte Nabu-Geschäftsführer Ludwichowski.

Experten der Naturschutzverbände und des Nationalparkdienstes werden auch in diesem Jahr wieder Brutvögel zählen und ihren Bruterfolg untersuchen, um Gewinner und Verlierer zu benennen. Das Ergebnis scheint jetzt festzustehen: Jene Vögel, für die strenge Naturschutzmaßnahmen existieren wie Seeadler, Schwarzstorch oder Wanderfalke, erholen sich im Bestand, sagte Bernd Koop von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein. Bei anderen Arten jedoch, die auf landwirtschaftlich genutzten Flächen leben wie Kiebitz, Feldlerche, Goldammer, Star oder Rebhuhn, nimmt der Bestand ab: „Und zwar so stark, dass man befürchten muss, sie werden bald verschwinden“, erklärte der Experte.

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