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Hillgruber: Demokratie würdigen

Tag der Einheit Hillgruber: Demokratie würdigen

Der neue erste Stadtrat Carsten Hillgruber nahm bei der Feierstunde des Bundes der Vertriebenen (BdV) zum 3. Oktober aktuellen Bezug: „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, nicht mit physischer Gewalt rechnen müssen.“

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Mit Blumen am Gedenksein auf dem Berliner Platz: Marco Schlesinger (von links), Frank Kirstein, Jens Möller von den Reservisten, Willi Treetzen und Gudrun Stölting vom BdV, Landesvorsitzender Fedor M. Mrozek sowie die Reservisten Hans-Jürgen und Sven Weiß.

Quelle: Sabine Nitschke

Neumünster. Demokratie erfordere auch Streit, aber der müsse zivilisiert auf der Basis von Argumenten ausgetragen werden, sagte Hillgruber in Anspielung auf den Übergriff auf den Bürgermeister von Oersdorf. Vor dem Hintergrund der deutschen Vereinigung mahnte er, dass der Wert der Demokratie – nämlich selbst entscheiden und wählen zu können – nicht genügend gewürdigt werde. „Das ist nicht überall selbstverständlich. Auch heute noch sterben Menschen für die Verwirklichung dieser Werte.“ Dem Kreisverband der Vertriebenen dankte er für die Ausrichtung dieser Feier in Neumünster.

 Den Gedenkstein auf dem Berliner Platz hatte einmal mehr die Reservistenkameradschaft Military-Team Neumünster hergerichtet. Mit dem Wetter hatten die Gastgeber Glück und eine Regenpause erwischt. BdV-Kreisvorsitzender Willi Treetzen sagte: „Wir feiern heute 26 Jahre deutsche Einheit, doch der Weg dahin war schwer und lang.“ Er erinnerte an die deutsch-deutsche Grenze: erst Zonengrenze, dann Mauer, Todesstreifen und Stacheldraht.

 Mit der Gründung der Bundesrepublik und der DDR im Jahr 1949, dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953, dem Kennedy-Besuch in Berlin, Montagsdemonstrationen und Massenflucht von DDR-Bürgern setzte er weitere Schlaglichter. Auch Treetzen nahm aktuellen Bezug: „Welche Ironie: Damals zerschnitten Ungarns Außenminister Horn und sein österreichischer Kollege den Stacheldraht zwischen Ost und West, heute baut Ungarns Ministerpräsident Orban neue Grenzanlagen.“

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Ein Artikel von
Sabine Nitschke
Holsteiner Zeitung

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