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Coffee and more nicht nur für Flüchtlinge

Neues Begegnungscafé Coffee and more nicht nur für Flüchtlinge

Vor der Erstaufnahmeeinrichtung im Haart drängen sich die neu angekommenen Flüchtlinge, mit Koffern in der Hand. Die Situation ist unübersichtlich, vielleicht ein bisschen hektisch, die Frauen und Männer sind fremd und wissen noch nicht, wohin es geht. Nur wenige Meter entfernt, im Gemeindezentrum der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde in der Tizianstraße, steht Flüchtlings-Seelsorger Keyvan Yavari, mit einem Becher Kaffee in der Hand. Am Donnerstag, 20. August, öffnet dort das Begegnungscafé „Coffee and more – willkommen bei Freunden“ und hofft auf viele Gäste – Flüchtlinge wie Einheimische. Der Name ist Programm.

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Keyvan Yavari arbeitet als Flüchtlings-Seelsorger und freut sich auf die Neueröffnung des Begegenungscafes „Coffee and more - willkommen bei Freunden“ in der Tizianstraße 9.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster. Bis Juli gab es hier das Café Vis-à-Vis, ein Kooperationsprojekt der Diakonie Altholstein und der Bonhoeffer-Kirchengemeinde. Das „Coffee and more“ soll auch ein Treffpunkt sein, aber unter alleiniger Trägerschaft der Kirchengemeinde, die das Café im Rahmen der Flüchtlingsseelsorge unterhält. Die Räume sind renoviert und es haben sich rund 15 Ehrenamtliche gefunden, die das Projekt betreuen wollen, zusammen mit Pastorin Isabel Frey-Ranck und Keyvan Yavari.

 Immer donnerstags von 15 bis 17 Uhr soll es hier Kaffee geben, und alles andere wird sich ergeben. Die Flüchtlinge sind willkommen, sie werden warmherzig aufgenommen, können einmal aufatmen, Gespräche mit Einheimischen führen oder einfach nur in Ruhe einen Kaffee oder Tee trinken. Eine Kleiderbörse läuft parallel, und wenn jemand Interesse hat, Deutsch zu lernen, wird sich eine Ecke im Gemeindezentrum finden, wo einer der Ehrenamtlichen unterrichtet. Verschiedene Freizeitangebote, auch für Kinder, sind geplant.

 Die immer größer werdende Zahl der Flüchtlinge in der Nachbarschaft bringt auch der Kirchengemeinde viel Arbeit. Montag- und Mittwochvormittags findet hier die offene, muttersprachliche Sprechstunde der Flüchtlingsseelsorge statt. Unabhängig von Religion und Nationalität gibt es verschiedene Angebote wie Freizeitprojekte, Begleitung bei Arzt- und Behördengängen und auch Hilfe in Lebenskrisen. Die Kirchengemeinde bietet darüber hinaus für Interessierte auch mehrsprachige Glaubenskurse, übersetzte Gottesdienste sowie einen internationalen und interkulturellen Gesprächskreis an.

 Keyvan Yavari ist Iraner und seit zehn Jahren in Deutschland. Bei der Bonhoeffer-Kirchengemeinde arbeitet er seit gut einem Jahr. „Es ist anstrengend, bringt aber viel Spaß“, sagt er. Er kennt die Situation der Flüchtlinge, nennt sich selber so. Und er ist froh, etwas für die Flüchtlinge tun zu können und ihnen Hoffnung zu geben. „Hier kommen Menschen an, mit Tränen in den Augen. Und nach einem Gespräch können sie manchmal schon wieder lachen“, erzählt er. „Flüchtlinge sind hier immer willkommen.“

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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