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Kein Siebenschläfertag im Norden

Hoffnung auf Sommer Kein Siebenschläfertag im Norden

Was für ein Juni: Viel Regen, Gewitter, richtig sommerliche Temperaturen waren fast immer Fehlanzeige. Sonnabend wird es wohl etwas besser, Gewitterrisiko besteht vermutlich immer noch, Regen kann’s sowieso geben. Der Hundertjährige Kalender sagt für die nächsten Tage schlicht voraus: „Es regnet“. Und das zum Siebenschläfertag! Stehen uns sieben Wochen Regen bevor? Kann denn niemand mal Mut machen, was das Sommerwetter angeht?

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Niko Renkosik (rechts) erarbeitet in München auch mit Sven Plöger das Wetter für die ARD-Tagesthemen.

Quelle: Georg Haas

Neumünster. Doch. Niko Renkosik, Diplom-Meteorologe aus München, der seit 2012 bei MeteoGroup arbeitet und damit für viele Wetterberichte im Fernsehen mit verantwortlich ist: auf den dritten Programmen, beim Wetter vor acht im Ersten, in den Tagesthemen und im ARD-Morgenmagazin. So „nebenbei“ betreibt er in Neumünster eine Wetterstation im Garten seiner Eltern in Gadeland.

Seit 1999 misst er dort Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck, Niederschlag, Wind, Solarstrahlung. Täglich sind das 20160 Wetterdaten. Seit 2001 veröffentlicht er sie auf seiner Homepage im Internet unter www.internetwetter.de – mit Unterstützung von rund 50 weiteren privaten Stationen aus Schleswig-Holstein.

Aus Bayern beruhigt er: Der Hundertjährige Kalender sei eigentlich nur ein siebenjähriger Kalender, da sich in ihm nach sieben Jahren der Inhalt exakt wiederholt. Von 1652 bis 1658 zeichnete ein Abt in einem Kloster in Bamberg das Wetter sieben Jahre lang auf, weil er die Vermutung hatte, dass sich das Wetter dann wiederholt. Irgendwann änderte sich der Name in Hundertjähriger Kalender, es blieb aber das bayerische Kloster-Wetter. „Also muss uns der Hundertjährige Kalender nie beunruhigen, er stimmt einfach nicht“, sagt Renkosik.

Die Siebenschläfer-Regel dagegen habe durchaus etwas Wahres, „ist aber für Norddeutschland nicht so richtig anwendbar.“ Eine länger anhaltende Wetterlage kann sich etablieren. Renkosik: „Im Norden liegt die Wahrscheinlichkeit allerdings nicht signifikant über dem Zufall.“

Seinen Namen verdankt der Siebenschläfertag nicht den putzigen Tierchen, die aussehen wie zu groß geratene Mäuse (und in Norddeutschland nicht vorkommen). Der 27. Juni ist der Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesus – Christen, die im Jahre 251 in einer Berghöhle nahe Ephesus lebendig eingemauert wurden. Der Legende nach starben sie nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni 446 wurden sie zufällig entdeckt und wachten auf.

Grundsätzlich macht der 30-jährige Meteorologe mit Neumünsteraner Wurzeln für den Sommer Hoffnung. „In jedem Fall ist auch nach zwei verregneten Wochen noch ein toller Sommer denkbar“, sagt er. Längerfristige Vorhersagen funktionieren leider nicht, sie wären auf keinen Fall seriös. „Wenn wir jetzt sicher wüssten, dass der Sommer komplett verregnet und trostlos in Schleswig-Holstein wäre, würden doch viele recht frustriert sein.“ Deshalb erklärt er: „Ich kann sagen, dass es zum Monatswechsel in der kommenden Woche deutlich wärmer wird.“

In München wartet er auch auf den Sommer. „Hier ist es in den letzten Wochen deutlich nasser gewesen, die Isar hatte ordentliches Hochwasser.“ Spannend wird es am Sonnabendabend. Niko Renkosik hat Dienst und arbeitet bei MeteoGroup an einer Vorhersage. „Gegen 23 Uhr wird in den ARD-Tagesthemen das Wetter mit Karsten Schwanke mit meiner Unterstützung zu sehen sein“, erklärt er. Hoffentlich mit viel Sonne!

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